Wohnungssuche

May 16th, 2008

Vor kurzem haben wir beschlossen auszuziehen. Wir zahlen zu viel für eine zu große Wohnung und sind ziemlich weit vom Berliner Zentrum entfernt, freizeitliche und auch berufliche Aktivititäten beschränken sich hauptsächlich auf die Gebiete in Mitte und im Prenzlauer Berg. Dort wollen anscheinend auch viele andere gerne hinziehen, so erfahren wir gleich bei unseren ersten Wohnungsbesichtigungen. Diese unterscheiden sich generell in zwei Kategorien: Die bei denen man exklusiv von einer Mitarbeiter(in) der Immobilienfirma einen Termin bekommt - das meistens bei Wohnungen, die nicht so beliebt sind, oder die, bei denen es um äußerst begehrte Objekte gibt und bei denen jedes Mal eine große Gruppe von Interessenten auftaucht.

Da wir uns vor allem für Wohnungen im Prenzlauer Berg interessieren und diese Gegend absolut angesagt ist, nehmen wir in erster Linie an Besichtigungen der letztaufgeführten Art teil. Viele Leute, die man schon am Tag vorher gesehen hat, tauchen bei der nächsten Besichtigung auch wieder auf - man kennt sich praktisch. Und die Makler selbst führen mehr oder minder gut gelaunt durch die teilweise noch bewohnten Apartments - ist im Prinzip egal, wie sie sich geben, die Wohnungen werden ihnen sowieso im Nu abgenommen. Einige Bewerber versuchen, mit vielen Fragen und mitgebrachten Aktenordnern Korrektheit und großes Interesse zu signalisieren. Ich frage mich, ob sie nachher auch wirklich versuchen, das jeweilige Apartment zu bekommen oder ob das ihr Standardrepertoire ist.

Klar ist, wer bei den begehrten Wohnungen Chancen haben möchte, sollte besser gleich alle Unterlagen für den Versand fertig haben. Verlangt wird häufig ein wahrer Dokumentenwust - und das wohlgemerkt noch nicht für den konkreten Mietvertrag sondern schon allein für das Bewerberschreiben. Wer das alles nicht abgeben möchte, nunja, dessen Chancen stehen wohl schlecht.

Und so geht es von Termin zu Termin und ich komme so langsam nicht nur mit denen und den damit verbundenen Gegenden durcheinander sondern kann mich manchmal gar nicht mehr genau erinnern, wie denn die eine oder andere Wohnung überhaupt genau ausgesehen hat, welchen Fehler diese eine da hatte und sollte man nicht für jene dort auch sein Glück versuchen? Der Ausgang ist jedenfalls offen und ich frage mich, wieviele Wohnungsbesichtigungen es wohl noch braucht, bis wir unser neues Zuhause gefunden haben.

Bayern macht den Rückzieher

March 13th, 2008

Wenn mich letztes Jahr etwas politisch besonders überrascht hat dann die Tatsache, dass die noch konservativere Schwesterpartei der CDU, die CSU, in Bayern das bisher weitesgehenste und beste Nichtraucherschutzgesetz beschlossen hat. Was war da los? Seit wann kümmerte man sich in dieser Partei so konsequent um den Gesundheits/Verbraucherschutz? Hatte der sonst so hervorragend funktionierende Tabaklobbyismus gerade bei der CSU versagt?

Wir brauchen uns aber nicht mehr um das Bild, was die Konservativen da abgegeben haben zu sorgen, sie sind immer noch die alten. Denn schon haben sie das NRSG in Bayern wieder gelockert, sprechen gar schon von spanischen Verhältnissen, sprich demnächst darf wohl wieder in vielen bayrischen Kneipen gequalmt werden. Ganz abgesehen davon, dass auch jetzt schon viele “Raucherclubs” existieren.

Also, man braucht sich nicht mehr zu wundern. Der Tabakverband wird die CSU wieder äußerst symphatisch finden.

Fahrradhauptstadt Berlin

March 11th, 2008

Ursprünglich aus der Provinzstadt Münster kommend, habe ich gelernt, dass man dort stolz von sich behauptet, Fahrradhauptstadt Deutschland’s zu sein.  Und da scheint auch was dran zu sein, denn Fahrräder sieht man dort überall, ob in den schmalsten Straßen, in Fußgängerzonen, wie auch auf Gehwegen. Außerdem kann man trotz Fahrradparkhaus (!) gleich eine riesige Anzahl von ihnen, Marke verrostet, rund um den Hauptbahnhof herumstehen sehen.

Momentan geht der Titel Fahrradhauptstadt aber eher an Berlin. Der Streik im öffentlichen Nahverkehr in Berlin hat den Effekt, dass man praktisch zu jeder Tageszeit, bei jeder Temperatur und an allen Orten Gruppierungen von FahrradfahrerInnen findet, von denen wahrscheinlich die meisten ihr Gefährt schon seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren haben.

Spheric rush

March 2nd, 2008

Certainly one of the outstanding new trance tracks of the recent past has been Redstar’s “Rush”. A melody that everybody can whistle to comes in various good quality remixes and I found it hard to decide, which one to pick. The remix of Karl G is it for me since it builds up very slowly while spheric, almost romantic sounds happening in the back. It all leads to a fantastic break after which the main melody kicks in. I highly recommend this to everybody who is into trance or in particular into uplifting trance.

Berliner Restaurantfreuden

February 27th, 2008

Metropolen haben es so an sich, dass es ein schieres Überangebot an Freizeit/Ausgehmöglichkeiten gibt. Insofern galt das auch schon vor dem Nichtraucherschutzgesetz (NRSG) für Berlin. Aber nicht für mich persönlich, jemanden, der sich nicht in verqualmte Buden setzen wollte. Das Ganze hat sich seit Jahresbeginn nun radikal geändert. Während mich die Kneipen nicht recht interessieren - selbst wenn sie rauchfrei wären, könnte man in ihnen wohl nur nach einer Renovierung ohne Gemuffel sitzen - ist mittlerweile fast jedes Restaurant rauchfrei. Dies hat zum einen den Effekt, dass man die Qual der Wahl hat. Als ein Novize in der schönen, bunten Restaurantwelt von Berlin ergibt sich für mich zum anderen das Problem, dass ich bisher noch wenig Ahnung hatte, wo es denn was besonders lecker zu essen gibt. Bleiben Empfehlungen anderer oder Spontanbesuche auf den Touren durch die Stadt, bei denen ich bisher eigentlich noch nie enttäuscht worden bin.

Was signifikant ist, ist der Effekt auf die Geldbörse. Ich habe wohl nie so viel Geld fürs Außer-Haus-Essen ausgegeben wie nun, nachdem das NRSG gilt. Aber ich glaube, dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass das Essen-Gehen nun noch etwas Neues ist und dass man vor allem in der Anfangsphase viel ausprobiert.

später Bericht

February 27th, 2008

Mit Scham blicke ich in meinem Blog auf das leere Kalenderblatt dieses Monats und gebe zu: Ich war schreibfaul. Dies obwohl es eigentlich einiges zu sagen gibt, denn es gab genug Events über die zu berichten war.

Da war zum einen die Berlinale. Auch dieses Mal ging es mir mehr um die Filme, die man sonst hier in Deutschland eh kaum im Kino zu sehen bekommt. Zum einen “Invisible City”, eine gelungene Dokumentation über Kreative in Singapur an deren Anschluß die Regisseurin ausführlichst - trotzdem dies die letzte Vorführung war - auf Fragen einging, “Geneneet al asmak”, ein ägyptischer Film über die Beziehung oder eher “Nicht-Beziehung” zwischen einer Radio-Moderatorin und einem Anästhesisten sowie der koreanische Wettbewerbs-Beitrag “Bam gua Nat“.

Da nun alle Kino-Foyers rauchfrei sind, gönnte ich mir den teureren Besuch der ersten Aufführung im Berlinale-Palast. Alles im Allen eher raugeschmissenes Geld, was man besser in einer Wiederholung hätte investieren können. Denn zum einem war das Foyer zwar rauchfrei, aber während des Films pumpte die Klimaanlage fleißig Qualm von draußen rein. Zum anderen saß ich weit entfernt von der Leinwand.

Der Film selbst war, trotz gewisser Längen, ganz nett - ein koreanischer Maler flieht nach Paris, dort gibt’s dann ziemlich viel Beziehungskram und hübsche Pariser Ansichten. Aber im Unterschied zu den Wiederholungen standen die Schauspieler sowie der Regisseur im Anschluß an den Film verloren auf der Bühne und wussten nicht so recht was sie dort sollten, da der Conferencier in mehreren Metern Abstand von ihnen nur schweigend da stand - keine Fragen, kein Interview. Ob man sich aufgrund der Anwesenheit der Jurymitglieder keine kritischen Fragen erlauben mochte?

Das in die Berlinale investierte Geld steht aber in keiner Relation zu einem anderen Posten bei meinen Ausgaben. Denn da geht es um Restaurantbesuche. Aber mehr dazu in einem anderem Posting.

Lasst sie doch rauchen

January 31st, 2008

Seit der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes ist es ja nun schon eine Weile her und ich habe meine Meinung ein bisschen geändert. War ich vorher klar dafür, dass absolut jede gastronomische Einrichtung rauchfrei sein sollte, sehe ich das nun ein bisschen anders. Denn der absolut größte Teil aller Restaurants, Cafes und auch Bars ist rauchfrei. Diejenigen Läden, in denen immer noch gequalmt wird sind zum großen Teil Orte, in die ich sowieso nicht reinginge aus dem simplen Grund weil sie a) für mich nichts anbieten und b), das ist für mich noch wichtiger, selbst wenn sie rauchfrei wären noch so ausdünsten, dass man jedem gesundheitsbewussten Nichtraucher wohl nur abraten kann, dort hineinzugehen. In all der Zeit, in der in so mancher Kneipe aufs Intensivste gequalmt worden ist, hat sich das Zigarettenrauch in das gesamte Inventar ein solchen Ladens festgesetzt, sodass man eigentlich den ganzen Raum mitsamt der Wände und Möbel renovieren müsste ohne nicht weiterhin mit Zigarettenqualm konfrontiert zu werden. Ich war nun schon in einigen Cafés und Restaurants und dort wo ich war, ist wohl beileibe nicht so viel gequalmt worden, wie in Bars und Kneipen, aber selbst dort merkt man häufig noch deutlich die Überbleibsel aus der Qualmzeit. Es wäre sicherlich mal interessant zu wissen, ob es Untersuchungen gibt, die Konzentrantionen von Schadstoffen in solchen Kneipen, in denen nicht mehr geraucht wird, gemessen haben.

Aus dem Grund lasst sie an diesen Orten ruhig weiter rauchen, mir solls egal sein. Wesentlich wichtiger  wird sein, dass, wenn es wieder wärmer wird, durch das Spalier von Rauchern an den offenen Türen der Restaurants nicht der gesamte Qualm hinein gelangt. Aber ich lass mich gerne positiv überraschen.

Kundenwechsel

January 11th, 2008

Meine Liste mit den mir bekannten, nichtraucherfreundlichen Restaurants und Cafès in Berlin hat aufgrund des Nichtraucherschutzgesetzes im Wesentlichen ausgedient. Lange Zeit gab es viele BesucherInnen sowohl aus Berlin selbst, als auch anderen Städten und dem Ausland, die sich hier informieren wollten, wo man in Berlin rauchfrei ausgehen konnte. Seitdem das Nichtraucherschutzgesetz in Berlin dafür sorgt, dass zumindest große Teile der Berliner Restaurants, Bars und Cafè rauchfrei sind, findet sozusagen ein “Kundenwechsel” in meinem Blog statt. Denn die Seiten werden nun nicht mehr von so vielen NichtraucherInnen aufgerufen, sondern von RaucherInnen, die in Berlin nach verqualmten Läden suchen. Erkennbar ist dies an den eingegebenen Wörtern, mit deren Hilfe man bei Suchmaschinen meinen Blog gefunden hat. Da wird anstatt nach “Nichtraucher”, “rauchfrei” “Restaurants” und “Berlin, gleich vielfach nach “raucher restaurants in Berlin” oder “berlin rauchen restaurants” gesucht bevor man bei mir landet.

Once-Premiere

January 11th, 2008

Nachdem das Kinojahr mit Wes Anderson’s “Darjeeling Limited” gleich zu Anfang einen echten Knaller bereithielt, hat es nun auch endlich “Once” in die deutschen Kinos geschafft. Warum der Publikumsgewinner beim letzten Sundance Festival so lange brauchte, bis sich ein deutscher Verleih schließlich dafür interessierte ist mir dabei unklar.

Gestern aber war nun endlich Deutschlandpremiere dieses irischen Musicals im Cinestar Original am Potsdamer Platz. “Once” hat bisher im Verhältnis geringe Produktionskosten - Einspielergebnisse Rekordgewinne erzielt. Der Film besticht zum einen durch eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen einem Straßenmusikanten in Dublin und einer tschechischen Immigrantin, die an keiner Stelle zu dick aufgetragen, sondern eher subtil dargestellt wird. Zum anderen bietet der Film eine ganze Menge guter Singer/Songwriter Musik. Etwas, was man wohl in einem Musical so noch nicht gehört hat. Hauptdarsteller Glen Hansard schrieb dabei die meisten Songs selbst, wie auch vieles an Storyelementen eigen erlebten Geschehnissen entstammt. Hansard ließ es sich übrigens nicht nehmen, nach den Fragen durch das anwesende Publikum gleich mehrere Stücke des Films zu spielen und verteilte im Anschluß daran gut gelaunt Autogramme.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Film auch in Deutschland so gut ankommt, wie in den vielen anderen Ländern vorher.

Mehrheitlich rauchfrei

January 5th, 2008

War meine Prognose letztens hinsichtlich der Umsetzung des Nichtraucherschutzgesetzes zu negativ? Ich wollte mich vorgestern selber vor Ort überzeugen und machte einen ausgedehnten Spaziergang durch die Oranienburger Straße nebst Seitenstraßen in Mitte, überprüfte am Potsdamer Platz und schaute mir zum Schluß noch die Kastanienallee an. Das Resultat ist sehr positiv. Logischerweise konnte ich nicht überall reingehen und genauestens nachschauen, aber wichtige Kriterien ob ein Restaurant rauchfrei ist wie zum Beispiel ob Aschenbecher auf den Tischen sind oder gerade irgendjemand raucht waren schon von außen zu erkennen. Etwa geschätzte 80 - 85 % aller Restaurants, Cafes und Bars sind demnach in diesen Gegenden rauchfrei. Es gibt nur ein paar Ausreißer, von denen man es sich wohl auch schon vorher hätte denken können. So hat das Cafe Cinema, ein gar übel verqualmter Laden an der Rosenthaler Straße, einen kleinen Nebenraum zum Raucherzimmer deklariert. Hier sitzt aber keiner sondern alle sind nebenan im großen Raum und qualmen fröhlich weiter. Der Rauch breitet sich dabei in großen Schwaden auf den Gehsteig davor aus. Auch das Schwarz-Sauer in der Kastanienallee erfreut sich weiterhin qualmender Gäste und Mädels hinterm Tresen. In solche Läden kann man wohl selbst, wenn sie irgendwann mal rauchfrei sind erst wieder reingehen, wenn renoviert worden ist, neu gestrichen und neue Möbel angeschafft sind.

Ansonsten gilt aber allgemeine Rauchfreiheit zumindest in Restaurants und auch Bars im Zentrum. Ein hilfreiches Kriterium zum Erkennen davon ist häufig der Stehtisch mit Aschenbecher für den Raucher der sich friedlich beim Schlabbernapf mit Wasser für den Hund neben der Tür des Etablissements befindet.

Gegen Ende des Abends landete ich dann im Cinestar Original Kino , dass sich bisher immer durch einen Rauchschlauch, einen unterirdischen, stark verqualmten Gang zwischen den Kinosälen hevortat. Aber auch hier: Kein Qualm, dafür viele Schilder auf den Tischen, die auf das Rauchverbot hinwiesen.

War es nach dem Film bisher immer das Zeichen für mich als Nichtraucher nach Hause zu gehen, da man eh nirgendwo anders mehr hinkonnte, gab es schließlich und endlich noch eine nette Session im Billy Wilder’s, einer Cocktailbar die auch, wie so viele andere Lokale vorher, nun rauchfrei geworden war.

Na denn: Prost!

Cocktail