Unterschiede amerikanischer und deutscher Weihnacht

Ich bekomme manchmal den Eindruck, dass deutsche Journalisten im Ausland sehr lange nichts mehr von aktuellen Entwicklungen in ihrer Heimat mitbekommen haben. Neuestes Beispiel hierfür ist ein Spiegel-Artikel über den Weihnachtsmarkt in Chicago.
Das was dem Schreiber dort anscheinend vollkommen entgangen ist, sind folgende Dinge:

Auch in Deutschland gibt es momentan immer mehr Leute, die ihre Häuser, Balkone und Gärten aufwendig dekorieren. Hier findet manchmal ein regelrechter Wettbewerb statt.

Auch in Deutschland hat Weihnachten hauptsächlich etwas mit Shopping zu tun und weniger mit Besinnlichkeit. Wer dies nicht glaubt, der kann ja gerne mal am Wochenende in die Innenstädte fahren und sich die Rennerei vor Ort anschauen.

Auch in Deutschland gibt es neue Einkaufszonen in zum Teil hässlichem Baustil, die sich in der Umgebung von Weihnachtsmärkten befinden. Die Szenerie von Chicago ist da wesentlich schöner.

Wenn man nur diese Punkte von dem Artikel abzieht, bleibt eigentlich wenig US-spezifisches übrig.

the snow crisis

And then there are those people who were shaking their heads over backward USA everytime when the hurricanes came and many people were without power. How could this happen in a country that probably considers itself as the technical most advanced country in the world? Unbelievable!

Now, it might be correct that Germany’s powersystem is more advanced having the power lines underground in towns and cities and such power outages happen very seldom. But that they do happen shows a recent power outage caused by the onset of winter in the western parts of Germany. Hundred thousands of people were right away without power and not because of a hurricane but “just” because 50 centimers (about 19 inches) of snow that came down in a short amount of time. The weight of the snow caused big iron overland poles to crack.

And even worse – in this industrialized country it was not possible to repair things completely so far since the snow came down before the weekend. While many people have power again, others are waiting in this cold weather.

Der Strand vom Oly

Gestern direkt vor dem Hertha-Spiel neu entdeckt: Ein gleich mehrere hunderte Meter langer “Strand” in unmittelbarer Nähe vom Olympiastadion.

Wegbeschreibung:
Mit der U2 zur Haltestelle Olympiastadion, Treppe rauf, dann nach Überquerung des kleinen Vorplatzes vor dem ersten Tunnel geht es los – purer, mehrere Zentimeter dicker, lockerer Sand in dem man so richtig tief einsinkt. Aber Achtung: Zwischendurch plötzlich gleich ein hohe Stufe rauf, ein paar Meter an Bauutensilien vorbeigelaufen und wieder runter in den Sand, ein ganz langes Stück ein Gefühl wie in Warnemünde am Strand, man hört fast die Wellen und kommt kaum voran durch den tiefen Sand, nur ein bisserl dunkel ist es wegen der spärlichen Beleuchtung vor Ort, dumm das die Taschenlampe nicht dabei ist – macht nix – es laufen zu dieser Zeit mit mir Hunderte darüber. Wenn man mal über einen der Baustoffe oder Steine stolpert oder im Sand versinkt fällt mich nicht um, so voll ist es hier.

Dann das große Finale: Die Stadionbesucher, den Strand verlassend, müssen nun herausfinden, wo es denn wohl rausgeht auf den Vorplatz des Stadions, denn der Ausgang ist größtenteils von Baugittern versperrt. Man sieht Leute zwischen allen möglichen Sorten von Bauschutt herumhuschen – es sind ja noch ein paar Minuten bis zum Anpfiff – das schafft man schon. Die, die den kürzesten Weg hinaus gefunden haben sind glücklich, die anderen brauchen halt ein bisserl länger.

Alles im Allen ein fantastisches Erlebnis, es erinnert an Zeiten von früher auf dem Abenteuerspielplatz. Danke dafür.