Sehen wir es positiver

Und schon wieder ein langes Wochenende an dem sich große Teile der arbeitenden Bevölkerung frei nehmen. Dieses Land kann sich das wirtschaftlich leisten – an lauter Feiertagen das Produzieren und Denken für Geld einzustellen – denn wie man letzte Woche hören konnte, geht es uns immer besser. Es wird, teilweise wohl auch wegen des besseren Wetters, wieder mehr gekauft und damit die Wirtschaft angekurbelt. Es gibt zwar kaum neue innovative politische Impulse oder Beschlüsse, aber anscheinend fühlen sich viele einfach besser weil – ja, weil man sich halt lange Zeit schlecht gefühlt hat und da muss man sich einfach mal – und sei es nur der Abwechslung wegen – wieder besser fühlen, oder?

Und plötzlich sind viele nun auch reformwillig. War man unter rot-grün noch aufgrund der angekündigten oder durchgeführten Reformen und Änderungen entsetzt, hat sich das anscheinend geändert und viele möchten nun doch welche ganz gerne akzeptieren, ohne groß zu lamentieren.

Wie sich die Zeiten doch ändern.

charts 04-29-06

My favorite tunes at the moment:

  1. E-Notion – Deep Water (Original Mix) [1]
  2. Sensual Pleasure – Port Of Senses (Samuelzone Remix) [3]
  3. Bakke & Joni – Bali (Original Mix) [new]
  4. Apollonia – Remote Kontrol (Original Mix) [4]
  5. Krivi – Dancing Town (Icone Remix) [5]

Pendelverkehr

U Senefelderplatz am späten Abend. Ein spanisches (?) Touristenpaar steht auf dem Bahnsteig herum, offensichtlich desorientiert. Über den Lautsprecher gibt es Durchsagen der BVG, dass nun aufgrund von Bauarbeiten Pendelverkehr auf der Strecke herrsche, ein Tickerband im Display verkündet das Gleiche. Der Haken an der Sache: Es ist alles auf Deutsch und das Paar spricht nur gebrochenes Englisch. Ich helfe aus, erkläre, dass nun auf dem gleichen Gleis erst mal ein Zug in die eine Richtung fährt und dann einer in die andere, ihre, denn sie wollen zum Potsdamer Platz. Und dass sie eventuell noch mal den Zug wechseln müssen, falls der nächste nicht bis zu ihrem Ziel durchfährt.

Ich steige in die U2 Richtung Pankow ein, diese fährt nur eine Haltestelle bis U Eberswalder Straße, dort angekommen rüber zum anderen Gleis wo der nächste Zug uns weitertransportieren wird. Kurz nach Abfahrt Konfusion bei den mitreisenden Schülern, die Berlin besuchen, denn kurz vor S+U Schönhauser Allee wird vom Band als nächste Haltestelle das Olympiastadion verkündet.

Diese Erlebnisse sowie die Tatsache, dass noch an allen Orten Berlins gebuddelt und gebaut wird – alles für die WM, für was sonst? – lässt mich fragen, ob man wohl als Tourist momentan besonders günstig unterwegs sein kann, bekommt man überall Sonderpreise? Denn im Unterschied zu all den Gästen dieser Stadt, die zur Zeit der WM oder auch danach Berlin besuchen werden, bekommen diese Leute ja kaum das Berlin zu sehen, was sich nachher in seiner vollen Schönheit vor den Augen entfalten wird. Und die oben genannten Unannehmlichkeiten entfallen dann auch.