Woche der Überraschungen
Berlin wartete letzte Woche mit einigen Überraschungen auf. Bei der Bildung des neuen Senats wurde zu Beginn der Woche wohl an den nahenden Karnevalsbeginn gedacht, denn man ernannte eine den Grad ihrer Abhängigkeit verkennende Kettenraucherin zur Gesundheitssenatorin - was nur ein schlechter Scherz sein kann. Darauf folgte die grundlos erscheinende Absage der nächsten Langen Nacht der Museen. Logischerweise erst nachdem die Prospekte schon gedruckt waren. Was bitte ist in diesem Zusammenhang eine kreative Pause?
Als nächstes - wir hatten schon nicht mehr damit gerechnet - verabschiedet sich das Ladenschlussgesetz endlich und definitiv aus dieser Stadt.
Zu guter Letzt kam aus den eigenen Reihen - vom RBB Programmausschuss - überraschenderweise Kritik an der zutiefst biederen RBB-Abendschau. Was dort zum großen Teil berichtet wird ist äußerst provinziell. Statt die wichtigen Themen dieser Metropole zu recherchieren und Interessantes zu bieten - Stoff liefert die Stadt zu genüge - werden bei Sonnenschein Eis essende Leute in den Parks interviewt und des Nachbar’s Balkon vorgestellt. Das geht besser, was nun auch selbst der RBB erkannt hat.
Tags: Abendschau, Gesundheitssenatorin, Ladenschluss, Lange-Nacht-der-Museen, RBB
November 12th, 2006 at 2:42 pm
Berlin ist spannend. Das kann man in so fern auch von den Berliner Koalitionsverhandlungen zu Rot-Rot II behaupten, wenn man dieses Rumeiern um gesundheitspolitische Ziele verfolgt. Kommt es nun zu mehr Nichtraucherschutz in Berlin oder werden die „armen“ Raucher weiter diskriminiert? Die Tabaklobby ist auch hier wieder sehr aktiv, um Schlimmeres zu verhindern. Im Rahmen der Zuordnungsproportionen (Frau-Ost) wird der Senat ergänzt und bekommt eine ausgewiesene Bauexpertin für das neu zugeschnittene Gesundheitsressort. Die gesundheitlich orientierte und den Nichtraucherschutz fördernde Vorgängerin darf sich nun koalitionsbedingt um den Arbeitsbereich kümmern. Dass die neue Gesundheitssenatorin bekennende Raucherin ist und der Nichtraucherschutz in der Koalitionsvereinbarung als oberstes gesundheitspolitisches Ziel plakatiert wird, scheint wohl kein Widerspruch zu sein??? Aber vielleicht siegt die politische Vorgabe gegen die persönliche Schwäche.