Archive for January, 2008

Lasst sie doch rauchen

Thursday, January 31st, 2008

Seit der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes ist es ja nun schon eine Weile her und ich habe meine Meinung ein bisschen geändert. War ich vorher klar dafür, dass absolut jede gastronomische Einrichtung rauchfrei sein sollte, sehe ich das nun ein bisschen anders. Denn der absolut größte Teil aller Restaurants, Cafes und auch Bars ist rauchfrei. Diejenigen Läden, in denen immer noch gequalmt wird sind zum großen Teil Orte, in die ich sowieso nicht reinginge aus dem simplen Grund weil sie a) für mich nichts anbieten und b), das ist für mich noch wichtiger, selbst wenn sie rauchfrei wären noch so ausdünsten, dass man jedem gesundheitsbewussten Nichtraucher wohl nur abraten kann, dort hineinzugehen. In all der Zeit, in der in so mancher Kneipe aufs Intensivste gequalmt worden ist, hat sich das Zigarettenrauch in das gesamte Inventar ein solchen Ladens festgesetzt, sodass man eigentlich den ganzen Raum mitsamt der Wände und Möbel renovieren müsste ohne nicht weiterhin mit Zigarettenqualm konfrontiert zu werden. Ich war nun schon in einigen Cafés und Restaurants und dort wo ich war, ist wohl beileibe nicht so viel gequalmt worden, wie in Bars und Kneipen, aber selbst dort merkt man häufig noch deutlich die Überbleibsel aus der Qualmzeit. Es wäre sicherlich mal interessant zu wissen, ob es Untersuchungen gibt, die Konzentrantionen von Schadstoffen in solchen Kneipen, in denen nicht mehr geraucht wird, gemessen haben.

Aus dem Grund lasst sie an diesen Orten ruhig weiter rauchen, mir solls egal sein. Wesentlich wichtiger  wird sein, dass, wenn es wieder wärmer wird, durch das Spalier von Rauchern an den offenen Türen der Restaurants nicht der gesamte Qualm hinein gelangt. Aber ich lass mich gerne positiv überraschen.

Kundenwechsel

Friday, January 11th, 2008

Meine Liste mit den mir bekannten, nichtraucherfreundlichen Restaurants und Cafès in Berlin hat aufgrund des Nichtraucherschutzgesetzes im Wesentlichen ausgedient. Lange Zeit gab es viele BesucherInnen sowohl aus Berlin selbst, als auch anderen Städten und dem Ausland, die sich hier informieren wollten, wo man in Berlin rauchfrei ausgehen konnte. Seitdem das Nichtraucherschutzgesetz in Berlin dafür sorgt, dass zumindest große Teile der Berliner Restaurants, Bars und Cafè rauchfrei sind, findet sozusagen ein “Kundenwechsel” in meinem Blog statt. Denn die Seiten werden nun nicht mehr von so vielen NichtraucherInnen aufgerufen, sondern von RaucherInnen, die in Berlin nach verqualmten Läden suchen. Erkennbar ist dies an den eingegebenen Wörtern, mit deren Hilfe man bei Suchmaschinen meinen Blog gefunden hat. Da wird anstatt nach “Nichtraucher”, “rauchfrei” “Restaurants” und “Berlin, gleich vielfach nach “raucher restaurants in Berlin” oder “berlin rauchen restaurants” gesucht bevor man bei mir landet.

Once-Premiere

Friday, January 11th, 2008

Nachdem das Kinojahr mit Wes Anderson’s “Darjeeling Limited” gleich zu Anfang einen echten Knaller bereithielt, hat es nun auch endlich “Once” in die deutschen Kinos geschafft. Warum der Publikumsgewinner beim letzten Sundance Festival so lange brauchte, bis sich ein deutscher Verleih schließlich dafür interessierte ist mir dabei unklar.

Gestern aber war nun endlich Deutschlandpremiere dieses irischen Musicals im Cinestar Original am Potsdamer Platz. “Once” hat bisher im Verhältnis geringe Produktionskosten - Einspielergebnisse Rekordgewinne erzielt. Der Film besticht zum einen durch eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen einem Straßenmusikanten in Dublin und einer tschechischen Immigrantin, die an keiner Stelle zu dick aufgetragen, sondern eher subtil dargestellt wird. Zum anderen bietet der Film eine ganze Menge guter Singer/Songwriter Musik. Etwas, was man wohl in einem Musical so noch nicht gehört hat. Hauptdarsteller Glen Hansard schrieb dabei die meisten Songs selbst, wie auch vieles an Storyelementen eigen erlebten Geschehnissen entstammt. Hansard ließ es sich übrigens nicht nehmen, nach den Fragen durch das anwesende Publikum gleich mehrere Stücke des Films zu spielen und verteilte im Anschluß daran gut gelaunt Autogramme.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Film auch in Deutschland so gut ankommt, wie in den vielen anderen Ländern vorher.

Mehrheitlich rauchfrei

Saturday, January 5th, 2008

War meine Prognose letztens hinsichtlich der Umsetzung des Nichtraucherschutzgesetzes zu negativ? Ich wollte mich vorgestern selber vor Ort überzeugen und machte einen ausgedehnten Spaziergang durch die Oranienburger Straße nebst Seitenstraßen in Mitte, überprüfte am Potsdamer Platz und schaute mir zum Schluß noch die Kastanienallee an. Das Resultat ist sehr positiv. Logischerweise konnte ich nicht überall reingehen und genauestens nachschauen, aber wichtige Kriterien ob ein Restaurant rauchfrei ist wie zum Beispiel ob Aschenbecher auf den Tischen sind oder gerade irgendjemand raucht waren schon von außen zu erkennen. Etwa geschätzte 80 - 85 % aller Restaurants, Cafes und Bars sind demnach in diesen Gegenden rauchfrei. Es gibt nur ein paar Ausreißer, von denen man es sich wohl auch schon vorher hätte denken können. So hat das Cafe Cinema, ein gar übel verqualmter Laden an der Rosenthaler Straße, einen kleinen Nebenraum zum Raucherzimmer deklariert. Hier sitzt aber keiner sondern alle sind nebenan im großen Raum und qualmen fröhlich weiter. Der Rauch breitet sich dabei in großen Schwaden auf den Gehsteig davor aus. Auch das Schwarz-Sauer in der Kastanienallee erfreut sich weiterhin qualmender Gäste und Mädels hinterm Tresen. In solche Läden kann man wohl selbst, wenn sie irgendwann mal rauchfrei sind erst wieder reingehen, wenn renoviert worden ist, neu gestrichen und neue Möbel angeschafft sind.

Ansonsten gilt aber allgemeine Rauchfreiheit zumindest in Restaurants und auch Bars im Zentrum. Ein hilfreiches Kriterium zum Erkennen davon ist häufig der Stehtisch mit Aschenbecher für den Raucher der sich friedlich beim Schlabbernapf mit Wasser für den Hund neben der Tür des Etablissements befindet.

Gegen Ende des Abends landete ich dann im Cinestar Original Kino , dass sich bisher immer durch einen Rauchschlauch, einen unterirdischen, stark verqualmten Gang zwischen den Kinosälen hevortat. Aber auch hier: Kein Qualm, dafür viele Schilder auf den Tischen, die auf das Rauchverbot hinwiesen.

War es nach dem Film bisher immer das Zeichen für mich als Nichtraucher nach Hause zu gehen, da man eh nirgendwo anders mehr hinkonnte, gab es schließlich und endlich noch eine nette Session im Billy Wilder’s, einer Cocktailbar die auch, wie so viele andere Lokale vorher, nun rauchfrei geworden war.

Na denn: Prost!

Cocktail