Wohnungssuche

Vor kurzem haben wir beschlossen auszuziehen. Wir zahlen zu viel für eine zu große Wohnung und sind ziemlich weit vom Berliner Zentrum entfernt, freizeitliche und auch berufliche Aktivititäten beschränken sich hauptsächlich auf die Gebiete in Mitte und im Prenzlauer Berg. Dort wollen anscheinend auch viele andere gerne hinziehen, so erfahren wir gleich bei unseren ersten Wohnungsbesichtigungen. Diese unterscheiden sich generell in zwei Kategorien: Die bei denen man exklusiv von einer Mitarbeiter(in) der Immobilienfirma einen Termin bekommt - das meistens bei Wohnungen, die nicht so beliebt sind, oder die, bei denen es um äußerst begehrte Objekte gibt und bei denen jedes Mal eine große Gruppe von Interessenten auftaucht.

Da wir uns vor allem für Wohnungen im Prenzlauer Berg interessieren und diese Gegend absolut angesagt ist, nehmen wir in erster Linie an Besichtigungen der letztaufgeführten Art teil. Viele Leute, die man schon am Tag vorher gesehen hat, tauchen bei der nächsten Besichtigung auch wieder auf - man kennt sich praktisch. Und die Makler selbst führen mehr oder minder gut gelaunt durch die teilweise noch bewohnten Apartments - ist im Prinzip egal, wie sie sich geben, die Wohnungen werden ihnen sowieso im Nu abgenommen. Einige Bewerber versuchen, mit vielen Fragen und mitgebrachten Aktenordnern Korrektheit und großes Interesse zu signalisieren. Ich frage mich, ob sie nachher auch wirklich versuchen, das jeweilige Apartment zu bekommen oder ob das ihr Standardrepertoire ist.

Klar ist, wer bei den begehrten Wohnungen Chancen haben möchte, sollte besser gleich alle Unterlagen für den Versand fertig haben. Verlangt wird häufig ein wahrer Dokumentenwust - und das wohlgemerkt noch nicht für den konkreten Mietvertrag sondern schon allein für das Bewerberschreiben. Wer das alles nicht abgeben möchte, nunja, dessen Chancen stehen wohl schlecht.

Und so geht es von Termin zu Termin und ich komme so langsam nicht nur mit denen und den damit verbundenen Gegenden durcheinander sondern kann mich manchmal gar nicht mehr genau erinnern, wie denn die eine oder andere Wohnung überhaupt genau ausgesehen hat, welchen Fehler diese eine da hatte und sollte man nicht für jene dort auch sein Glück versuchen? Der Ausgang ist jedenfalls offen und ich frage mich, wieviele Wohnungsbesichtigungen es wohl noch braucht, bis wir unser neues Zuhause gefunden haben.

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