Das ungekrönte Thema Nr.1 in den Berliner Medien ist zur Zeit die Lage auf den Gehwegen der Stadt. Aufgrund der dramatischen Situation – pures Glatteis auf einem Großteil davon – ist es vor allem in letzter Zeit zu einer horrend ansteigende Zahl von Stürzen und damit verbundenen Brüchen gekommen. Alte oder gehbehinderte Menschen kommen teilweise schon seit Wochen nicht mehr vor die Tür um sich mit Notwendigem zu versorgen, Geschäftsinhaber klagen über immense Umsatzrückgänge. Was bleibt ist häufig nur – da wo es vom geringen Verkehr her geht – der Weg über die säuberlich geräumten Straßen.
Mir fehlt bei der ganzen Diskussion darüber der Aspekt der fehlenden Mitmenschlichkeit und Solidarität. Dass ein großer Teil der privaten Räumdienste sich das Geld in die Tasche gesteckt hat und nun überfordert ist, wenn es um die eigentliche Arbeit geht ist seit langen bekannt.
Da wäre es doch mal angesagt, als Hauseigentümer, Geschäftsinhaber oder auch Mieter selbst vor die Tür zu gehen und zumindest die eigenen paar Meter zu räumen? Wenn ein jeder dies tun würde hätte Berlin in Nulllkommanichts große Teile der Gehwege vom Eis befreit. Gelegenheit dies ohne viel Stress selbst zu tun gab es schon mehrere, denn schon ein paar Mal hatte leichtes Tauwetter eingesetzt, der Matsch hätte leicht beiseite geräumt werden können. Aber stattdessen geschieht praktisch nichts. Wenn es denn so etwas wie Kieze und Nachbarschaften gibt, in denen Leute miteinander etwas verändern und sich helfen wollen – hierbei herrscht komplettes Versagen.
So werden wir also auch weiterhin noch lange darauf warten, dass sich die Situation auf den Gehwegen ändert, denn das Wetter bleibt genauso stur.
Der erste Ansturm der Rodler auf den Volkspark Friedrichshain nach dem mehr oder minder großen Schneefällen der vergangenen Woche ist abgeebt. Mittlerweile hatte man das Gefühl sowohl von der Geräuschkulisse her als auch visuell sei der Ballermann nun auch im Zentrum von Berlin angekommen. Dies war wohl unter anderem das Produkt einer großen PR-Aktion seitens der Medien, denn man konnte den Park sowohl in den Zeitungen als auch im Fernsehen bewundern.
Nun gibt es immer weniger Schnee auf dem man noch rodeln kann, da alles von den Schlitten regelrecht wegplaniert worden ist und der Fußgänger traut sich wieder am Weg entlang des Hügels vorbeizulaufen, ohne hinter den nächsten Baum zu hechten, wenn mal wieder jemand mit Riesengeschwindigkeit heruntergeschliddert kommt. Einige Skiläufer nutzen die eingetretene Ruhe im Park offensichtlich. Man sieht sie sowohl im Bereich der Rodelhügel als auch im ovalen Rund des Park vermehrt mit ihren Langlauf-Skiern entlang gleiten. Wozu in die Alpen, wenn es direkt vor der Haustür so eine gute Gelegenheit gibt, diesen alpinen Sport auszuüben.
Ich wundere mich doch manchmal, mit welcher Gleichgültigkeit und Geduld der Berliner den widrigen, winterlichen Verhältnissen auf den Gehwegen begegnet, Nach den ersten nennenswerten Schneefällen in dieser Saisons kratzt es offensichtlich niemanden, dass fast nirgendwo geräumt ist und die Gehwege in Kürze zu eisbahnartigen Gebilden verkommen. Mit fröhlicher Miene sieht man sie dahertrapsern und schlittern und so mancher scheint das Ganze als eine Art Sport anzusehen.
Dabei ist das Weiterkommen gerade hier in Prenzlauer Berg, wo es viele unebene Wege mit Steigungen und Gefällen gibt und die Ausfahrten für die Autos mit ihren Kopfsteinpflastern häufig superglatt sind, besonders schwierig. Auch viele Geschäfte und Cafés sind offensichtlich der Meinung, wenn nicht geräumt werde, könne der Kunde ja eventuell gleich in den Laden reingeschliddert kommen.
Während meines Aufenthaltes im Berliner Zentrum bekam ich eine Information von der BVG. Dort meint man anscheinend, eine Warnspruch an den Haltestellen auf den Displays a la “Passen Sie auf, es ist glatt bei uns” ersetze das Räumen zumindest der wichtigsten Haltestellen. Nur so ist es wohl zu erklären, dass zum Beispiel bei den Haltestellen am Alexanderplatz nur ein paar Steinchen alle paar Meter die Eisfläche auflockern.
Bei der BSR wird man übrigens wohl erst mal wieder die Aufräumerei des ganzen Feuerwerkmülls auf die lange Bank schieben, denn man wartet dort doch schon mal ganze gerne, bis die Wege wieder frei sind, bevor man anfängt zu putzen.
Eigentlich hatte ich gedacht, Burger Dream auf der Danziger Str. sei genauso wie all die anderen Burgerbratereien, die momentan in Berlin aus dem Boden sprießen (der Tagesspiegel hat es auch schon gemerkt, siehe aktuelle Ausgabe) und die alle eben nicht großen, amerikanischen Franchiser-Unternehmen entstammen.
Also habe ich den Laden nach der Eröffnung erstmal ignoriert, zumal in direkter Nähe auch ein Kreuzburger vor Ort ist. Heute aber, hungrig und nicht viel Lust bei Glatteis nach Essen zu suchen, bin ich doch mal dort gelandet. Nach meiner Bestellung (ja, es gibt dort auch Veggie-Burger) und einigem Warten auf das Aufrufen meiner Nummer wurde ich an die Theke gerufen und mir wurde klar, dass der Spruch “Iss ihn so, wie er dir schmeckt” nicht nur ein Werbeslogan ist.
Denn a la Subway (bei Sandwiches) kann sich der Kunde hier auf sein Patty schmeissen lassen, wonach ihm der Appetit steht. Es gibt verschiedene Käsesorte, Saucen, Salate oder frische Gemüse. Champignons, Weißkraut, Paprika oder Röstzwiebeln rauf? Kein Problem.
Fazit: Wer versucht was Neues zu bieten, wird mit einem erneuten Besuch von mir belohnt.
Neulich hatte ich ja verkündet wo es denn die aus meiner Sicht besten Orte in Berlin gibt, wenn es um die verschiedenen Artikel aus den Bereichen Essen/Trinken geht. Für den besten Kuchen hatte ich unter anderem die Tortenwerkstatt “ausgezeichnet”. Bei meinem letzten Besuch bestätigte sich für mich, dass ich ihr diese zu recht verliehen habe, denn das was da in der Vitrine stand war schon mehr als eine Torte – es war eher ein Kunstwerk. Praktisch jeder Zentimeter ein anderer Geschmack, Banane, Erdbeere, Walnuss etc – alles geschmacklich aufeinander abgestimmt und superlecker. Das Foto gibt aufgrund seiner Qualität eventuell nur eine Idee von der Appetlichkeit, die diese Torte ausstrahlte.
Stück Torte aus der Tortenwerkstatt, Prenzlauer Berg, Berlin
Eigentlich heisst der berühmte Spruch eines ehemaligen Bayern-Trainers ja “Flasche leer”, ich möchte aber über schwere Flaschen ein Wort verlieren. Im Zuge des zunehmenden Anteils von Plastikflaschen bei den Mineralwassern wird es immer schwerer, Glasflaschen der gewünschten Sorte zu finden. Dabei haben diese eindeutig Vorteile: Sie konservieren die Kohlensäure länger und sondern nicht, wie Plastik, Hormone aus. Leider haben sie aber auch einen Nachteil: Ein Kasten Glasflaschen ist sauschwer, besonders wenn man ihn wie ich per Fuß nach Hause transportiert. Wer also wie ich nach passenden Glasflaschen sucht, der kann sich schon mal mit so einer Kiste über eine weite Strecke elendlich abschleppen. Also, ein Appell an die Mineralwasserhersteller: Schafft nicht alle Glasflaschen ab. Im Gegenteil: Sorgt dafür, dass auch der Supermarkt in der Nähe wieder eine größere Auswahl anbietet!
Danke.
Ich weiß gar nicht ob ich es als Tip in einem der Magazine mal gelesen habe, die in dieser Stadt publiziert werden. Wenn nicht, will ich selbst es doch mal betonen: Eine der schönsten Aussichten auf den Alexanderplatz gibt es vom 5. Stock der Galeria Kaufhof von dem dortigen Restaurant aus. Man mag zum Alex stehen wie man will, aber speziell in der Weihnachtszeit wuselt es aufgrund des dortigen Weihnachtsmarktes und der Eislaufbahn recht interessant. Bei einer Tasse Tee und einen Stückchen Kuchen in diesem doch ziemlich geräumigen Lokal lässt sich die Szenerie von großer Höhe aus vorzüglich anschauen.
Aussicht vom Restaurant der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz, Berlin.
In der Rosenthaler Straße gab es mit dem “Bagels & Bialys” schon früher eine gute Alternative zu den üblichen Falafel-Läden die noch spät nachts dem hungrigen Gast etwas anbieten. Vor kurzem nun gesellte sich “Luigi Zuckermann Traditional Gourmet Deli” hinzu (Rosenthaler Straße 67). Rund um die Uhr (!) kann man hier extrem leckere und üppig belegte Feinschmecker-Sandwiches geniessen (gibt’s in 2 Größen, auch die kleinere Version macht schon satt). Ausserdem im Angebot sind Suppen, Salate, appetitlich aussehende Kuchen (Apple Pie, Cheesecake etc- noch nicht getestet), Kaffeespezialitäten, Bier und Softdrinks. Hier besonders erwähnenswert die köstliche, selbstgemachte Lemonade. Insgesamt gesehen bereichert dieser Deli das kulinarische Angebot in Berlin-Mitte.
Der allwochenendliche Run auf die Cafès bei uns im Bötzowviertel exponiert ins Unendliche, wenn das Wetter – wie an diesem Wochenende – auch noch recht passabel ist. Nachdem der Volkspark Friedrichshain von den Massen besucht worden ist, verteilt sich die Bevölkerung dieser Gegend auf die zahlreichen Lokalitäten vor Ort. Während man wochentags kein Problem hat, unterzukommen – schliesslich befindet sich gerade in der Hufelandstraße praktisch alle paar Meter ein Café oder Restaurant – sind alle am Samstag oder Sonntag bis zum letzten Platz gefüllt. Der typisch deutsche Kaffee- und Kuchen-Konsum am Wochenende gerät dabei zum Ritus, an dem alle Bewohner bis auf wenige Ausnahmen teilnehmen. Wer da nicht rechtzeitig zu antritt, hat entweder nur einen Stehplatz für sich übrig oder nimmt das Gewünschte – sofern überhaupt noch etwas da ist – mit.
Als Anti-Passivraucher hat man es besonders schwer wenn man später abends ausgehen möchte und nicht gerade in einem Restaurant sitzen will sondern hauptsächlich etwas trinken möchte. Durch das Nichtraucherschutzgesetz kann man außer in Restaurants zwar auch mittlerweile ohne Qualmbelästigung in praktisch allen Cafès sitzen, diese schliessen aber häufig schon sehr früh, übrig bleiben Kneipen (fast alles Raucherkneipen) und Bars (dito) Eine lobenswerte Ausnahme ist die kürzlich eröffnete Cafè-Bar Hilde, Ecke Metzer Str. / Prenzlauer Allee, die jeden Tag bis spät abends geöffnet hat. Nun ist die Rauchfreiheit das eine positive, neben der netten und zuvorkommenden Bedienung spricht aber auch vieles andere für diese geräumige und mit gemütlichem Mobilar ausgestattene Cafè, das logischerweise mit vielen Fotos von Hildegard Knef an der Wand verziert ist. So zum Beispiel das Angebot an Speisen und Getränken: Neben dem leckeren Cafè sind besonders die hausgemachten Brownies und Flapjacks zu empfehlen. Tagsüber gibt es verschiedene Suppen und Sandwiches, abends passt eine große Auswahl an Spirituosen perfekt zu den angebotenen Flammkuchen. Das Cafè bietet neben deutschsprachiger Literatur auch englischsprachige Periodika, gelegentlich finden kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte statt.
Update 7.12.09: Das Cafè Hilde hat mittlerweile nur noch von Mittwoch – Samstag abends bis 1 Uhr geöffnet. Von Sonntag bis Dienstag schließt man um 20 Uhr. Dies ist zumindest die momentane Lage. Es scheint sich zu bestätigen, was ich immer wieder in Berlin beobachte – Räucherhöhlen sind meistens immer gut gefüllt, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit und an welchem Wochentag, rauchfreie Etablissments haben dagegen eher Probleme wenn sie abends Angebote machen. Das Ganze geht eindeutig auf die Tatsache zurück, dass sogenannte “tolerante” Nichtraucher immer noch mit ihren rauchenden Freunden oder Kollegen in die verqualmten Kneipen der Stadt mitgehen anstatt sich gegen den Passivrauch zu wehren und nur dort hinzugehen wo Rauchfreiheit angeboten wird.