Archive for the ‘Berlin’ Category

Zurück zum Qualm

Wednesday, May 21st, 2008

Sollte man den kühnen Theorien unserer PDS-Senatorin für Gesundheit Glauben schenken, könnten wir eigentlich immer mehr Vernunft unter den Kneipen und Restaurants sowie deren Gästen erwarten, je länger das Nichtraucherschutz-Gesetz gilt. Das Gegenteil ist aber der Fall, immer mehr Läden, die vorher rauchfrei waren, werden nun wieder aufs intensivste bequalmt. Und dies gilt nicht nur für die Kneipen, die gegen das NRSG schon früh wieder verstoßen haben - wenn sie es denn überhaupt von Anfang befolgt haben. Kürzlich betrat ich sogar ein hochpreisiges österreichisches Restaurant, dass einen nicht getrennten großen Raucherbereich besaß. Bisher das einzige dieser Art, dass ich fand. Aber der Trend geht wohl zurück in diese Richtung.

Wohnungssuche

Friday, May 16th, 2008

Vor kurzem haben wir beschlossen auszuziehen. Wir zahlen zu viel für eine zu große Wohnung und sind ziemlich weit vom Berliner Zentrum entfernt, freizeitliche und auch berufliche Aktivititäten beschränken sich hauptsächlich auf die Gebiete in Mitte und im Prenzlauer Berg. Dort wollen anscheinend auch viele andere gerne hinziehen, so erfahren wir gleich bei unseren ersten Wohnungsbesichtigungen. Diese unterscheiden sich generell in zwei Kategorien: Die bei denen man exklusiv von einer Mitarbeiter(in) der Immobilienfirma einen Termin bekommt - das meistens bei Wohnungen, die nicht so beliebt sind, oder die, bei denen es um äußerst begehrte Objekte gibt und bei denen jedes Mal eine große Gruppe von Interessenten auftaucht.

Da wir uns vor allem für Wohnungen im Prenzlauer Berg interessieren und diese Gegend absolut angesagt ist, nehmen wir in erster Linie an Besichtigungen der letztaufgeführten Art teil. Viele Leute, die man schon am Tag vorher gesehen hat, tauchen bei der nächsten Besichtigung auch wieder auf - man kennt sich praktisch. Und die Makler selbst führen mehr oder minder gut gelaunt durch die teilweise noch bewohnten Apartments - ist im Prinzip egal, wie sie sich geben, die Wohnungen werden ihnen sowieso im Nu abgenommen. Einige Bewerber versuchen, mit vielen Fragen und mitgebrachten Aktenordnern Korrektheit und großes Interesse zu signalisieren. Ich frage mich, ob sie nachher auch wirklich versuchen, das jeweilige Apartment zu bekommen oder ob das ihr Standardrepertoire ist.

Klar ist, wer bei den begehrten Wohnungen Chancen haben möchte, sollte besser gleich alle Unterlagen für den Versand fertig haben. Verlangt wird häufig ein wahrer Dokumentenwust - und das wohlgemerkt noch nicht für den konkreten Mietvertrag sondern schon allein für das Bewerberschreiben. Wer das alles nicht abgeben möchte, nunja, dessen Chancen stehen wohl schlecht.

Und so geht es von Termin zu Termin und ich komme so langsam nicht nur mit denen und den damit verbundenen Gegenden durcheinander sondern kann mich manchmal gar nicht mehr genau erinnern, wie denn die eine oder andere Wohnung überhaupt genau ausgesehen hat, welchen Fehler diese eine da hatte und sollte man nicht für jene dort auch sein Glück versuchen? Der Ausgang ist jedenfalls offen und ich frage mich, wieviele Wohnungsbesichtigungen es wohl noch braucht, bis wir unser neues Zuhause gefunden haben.

Fahrradhauptstadt Berlin

Tuesday, March 11th, 2008

Ursprünglich aus der Provinzstadt Münster kommend, habe ich gelernt, dass man dort stolz von sich behauptet, Fahrradhauptstadt Deutschland’s zu sein.  Und da scheint auch was dran zu sein, denn Fahrräder sieht man dort überall, ob in den schmalsten Straßen, in Fußgängerzonen, wie auch auf Gehwegen. Außerdem kann man trotz Fahrradparkhaus (!) gleich eine riesige Anzahl von ihnen, Marke verrostet, rund um den Hauptbahnhof herumstehen sehen.

Momentan geht der Titel Fahrradhauptstadt aber eher an Berlin. Der Streik im öffentlichen Nahverkehr in Berlin hat den Effekt, dass man praktisch zu jeder Tageszeit, bei jeder Temperatur und an allen Orten Gruppierungen von FahrradfahrerInnen findet, von denen wahrscheinlich die meisten ihr Gefährt schon seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren haben.

später Bericht

Wednesday, February 27th, 2008

Mit Scham blicke ich in meinem Blog auf das leere Kalenderblatt dieses Monats und gebe zu: Ich war schreibfaul. Dies obwohl es eigentlich einiges zu sagen gibt, denn es gab genug Events über die zu berichten war.

Da war zum einen die Berlinale. Auch dieses Mal ging es mir mehr um die Filme, die man sonst hier in Deutschland eh kaum im Kino zu sehen bekommt. Zum einen “Invisible City”, eine gelungene Dokumentation über Kreative in Singapur an deren Anschluß die Regisseurin ausführlichst - trotzdem dies die letzte Vorführung war - auf Fragen einging, “Geneneet al asmak”, ein ägyptischer Film über die Beziehung oder eher “Nicht-Beziehung” zwischen einer Radio-Moderatorin und einem Anästhesisten sowie der koreanische Wettbewerbs-Beitrag “Bam gua Nat“.

Da nun alle Kino-Foyers rauchfrei sind, gönnte ich mir den teureren Besuch der ersten Aufführung im Berlinale-Palast. Alles im Allen eher raugeschmissenes Geld, was man besser in einer Wiederholung hätte investieren können. Denn zum einem war das Foyer zwar rauchfrei, aber während des Films pumpte die Klimaanlage fleißig Qualm von draußen rein. Zum anderen saß ich weit entfernt von der Leinwand.

Der Film selbst war, trotz gewisser Längen, ganz nett - ein koreanischer Maler flieht nach Paris, dort gibt’s dann ziemlich viel Beziehungskram und hübsche Pariser Ansichten. Aber im Unterschied zu den Wiederholungen standen die Schauspieler sowie der Regisseur im Anschluß an den Film verloren auf der Bühne und wussten nicht so recht was sie dort sollten, da der Conferencier in mehreren Metern Abstand von ihnen nur schweigend da stand - keine Fragen, kein Interview. Ob man sich aufgrund der Anwesenheit der Jurymitglieder keine kritischen Fragen erlauben mochte?

Das in die Berlinale investierte Geld steht aber in keiner Relation zu einem anderen Posten bei meinen Ausgaben. Denn da geht es um Restaurantbesuche. Aber mehr dazu in einem anderem Posting.

Kundenwechsel

Friday, January 11th, 2008

Meine Liste mit den mir bekannten, nichtraucherfreundlichen Restaurants und Cafès in Berlin hat aufgrund des Nichtraucherschutzgesetzes im Wesentlichen ausgedient. Lange Zeit gab es viele BesucherInnen sowohl aus Berlin selbst, als auch anderen Städten und dem Ausland, die sich hier informieren wollten, wo man in Berlin rauchfrei ausgehen konnte. Seitdem das Nichtraucherschutzgesetz in Berlin dafür sorgt, dass zumindest große Teile der Berliner Restaurants, Bars und Cafè rauchfrei sind, findet sozusagen ein “Kundenwechsel” in meinem Blog statt. Denn die Seiten werden nun nicht mehr von so vielen NichtraucherInnen aufgerufen, sondern von RaucherInnen, die in Berlin nach verqualmten Läden suchen. Erkennbar ist dies an den eingegebenen Wörtern, mit deren Hilfe man bei Suchmaschinen meinen Blog gefunden hat. Da wird anstatt nach “Nichtraucher”, “rauchfrei” “Restaurants” und “Berlin, gleich vielfach nach “raucher restaurants in Berlin” oder “berlin rauchen restaurants” gesucht bevor man bei mir landet.

Once-Premiere

Friday, January 11th, 2008

Nachdem das Kinojahr mit Wes Anderson’s “Darjeeling Limited” gleich zu Anfang einen echten Knaller bereithielt, hat es nun auch endlich “Once” in die deutschen Kinos geschafft. Warum der Publikumsgewinner beim letzten Sundance Festival so lange brauchte, bis sich ein deutscher Verleih schließlich dafür interessierte ist mir dabei unklar.

Gestern aber war nun endlich Deutschlandpremiere dieses irischen Musicals im Cinestar Original am Potsdamer Platz. “Once” hat bisher im Verhältnis geringe Produktionskosten - Einspielergebnisse Rekordgewinne erzielt. Der Film besticht zum einen durch eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen einem Straßenmusikanten in Dublin und einer tschechischen Immigrantin, die an keiner Stelle zu dick aufgetragen, sondern eher subtil dargestellt wird. Zum anderen bietet der Film eine ganze Menge guter Singer/Songwriter Musik. Etwas, was man wohl in einem Musical so noch nicht gehört hat. Hauptdarsteller Glen Hansard schrieb dabei die meisten Songs selbst, wie auch vieles an Storyelementen eigen erlebten Geschehnissen entstammt. Hansard ließ es sich übrigens nicht nehmen, nach den Fragen durch das anwesende Publikum gleich mehrere Stücke des Films zu spielen und verteilte im Anschluß daran gut gelaunt Autogramme.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Film auch in Deutschland so gut ankommt, wie in den vielen anderen Ländern vorher.

Stadt der gerodeten Bäume

Tuesday, December 25th, 2007

Zu den auffälligsten Maßnahmen, die der Berliner Senat beschließt, gehört die weitflächige Rodung von Bäumen im gesamten Stadtgebiet. War Berlin eigentlich dafür bekannt, eine grüne Stadt mit eben vielen Bäumen und Parks zu sein, entdecke ich immer mehr Plätze, an denen die Säge ihre Arbeit geleistet hat. Neuestes Beispiel ist eine “Geschützte Grünanlage” beim Hackeschen Markt an der Rosenstraße. Hier und auch anderen Stellen vor Ort, hat man wieder ganze Arbeit geleistet. Und wahrscheinlich so wie in vielen anderen Fällen nur, um ein weiteres, leerstehendes Bürogebäude zu errichten.

Schild am Boden eines gerodeten Parks

Shoppen aus Langeweile

Thursday, December 13th, 2007

Bei der BVG haben sie noch nicht auf die adventzeitlichen Sonntags-Einkaufsfreuden reagiert. Während der neue Fahrplan einiges an Änderung zu bieten hat, fährt die U-Bahn vom S+U Pankow stur nach Feiertagsplan und das heisst sie transportiert mich und die zahlreichen anderen Fahrgästen nur alle 10 Min Richtung Zentrum. Am Alex herrscht Geschäftigkeit wie an einem Werktag, es ist eher sogar noch voller als zwischen Montag und Freitag wozu der dortige Weihnachtsmarkt auch ein gutes Stück beiträgt. Schon am Sonntag davor hat ein großer Teil der Berliner und Brandenburger den Sonntag entgegen den Wünschen der christlichen Kirchen anstatt zur Besinnlichkeit zum Shopping genutzt. Dabei könnte man das Argument der Kirchen durchaus verstehen, aber: Wer Besinnlichkeit will, der kann zuhause bleiben, der braucht ja nicht nach Saturn, Kaufhof und co. und wenn die Kirchen eben diese Besinnlichkeitsmöglichkeit für die arbeitenden Verkäufer haben wollen, dann bitte auch konsequenterweise für alle anderen Sonntagarbeiter, denn die Kellnerin und der Mitarbeiter im Kino haben das gleiche Recht. Es scheint mir, von allen den neuen Öffnungszeiten ist die gelegentliche Sonntagsöffnung noch wesentlich beliebter als die Spätabend-Öffnungen, da viele anscheinend schon wegen des Wetters nichts besseres einfällt, als sich mal anzuschauen, was es zu kaufen gibt. Shoppen gegen die Langeweile? Eventuell.

Daran denke ich unwillkürlich, während ich mir den Trubel am Alex aber auch in anderen Gegenden der Stadt anschaue. Ich selbst beteilige mich logischerweise auch daran, bin ein Teil davon. Nachdem ich einiges zusammengekaufe, mir auch noch meine Wolle vom Kopf scheren lasse, geht es zu Fresh’n Friends, bei denen es keine Rolle spielt welcher Tag und wie spät es ist. Hier gibt es Biofood zu jeder Zeit. Zurück fahre ich schließlich mit der überfüllten Tram Richtung Heimat.

Der Nebel lichtet sich

Wednesday, November 14th, 2007

Wer als Neu-Gastronom clever ist, der macht seinen Laden rauchfrei auf. Und es scheint einige zu geben, die so schlau sind. Denn wenn ich unterwegs bin, bemerke ich, dass gerade die neuen Restaurants häufig rauchfrei sind. Alles andere macht auch keinen Sinn. Denn auch wenn ab dem 1.1. viele Gaststätten das neue Rauchverbot wegen noch nicht erhobener Geldstrafen ignorieren werden - irgendwann werden auch sie rauchfrei werden müssen. Und wer lässt sich seine neue Bude noch mit Teer versauen, wenn in kurzer Zeit eh Schluß damit ist?

Mein besonderes Lob geht dabei an den Pankower Bezirk. Habe ich früher noch gemeckert, dass man hier kaum rauchfreie Gastronomie vorfindet, gibt es momentan viele Neulinge in meiner Liste mit rauchfreier Gastromie in Berlin.

Müllbaum

Sunday, October 21st, 2007

Berlin verliert seine Bäume, denn es werden wesentlich mehr gefällt als neu angepflanzt. Dies berichteten die Medien vor kurzem. Diejenigen, die neu hinzukommen haben es schwer, wie dieses Exemplar vor dem Hauptbahnhof an einer Bushaltestelle verdeutlicht. In der Mitte von Berlin gibt es in letzter Zeit ein zunehmendes Vermüllungsproblem. Der Witz hier ist aber, dass es sehr wohl Mülleimer gibt. Diese befinden sich aber nicht direkt an der Bushaltestelle sondern einige Meter davon entfernt. Das Ergebnis ist das hier.

Baum vor dem Hauptbahnhof