Archive for the ‘Kultur’ Category

Trancefreie Zone?

Friday, May 23rd, 2008

Ok, also, lass uns mal sehen: Es gibt doch eigentlich mehrere deutsche DJ’s mit Tranceproduktionen. Da wären zum Beispiel Alex M.O.R.P.H., Mirco de Govia, Steven Liquid oder auch Paul van Dyk, dessen Produktionen sich zumindest zum Teil “trancig” anhören. Kann es aber sein, dass Trance in den Berliner Clubs absolut nicht vertreten ist?

Zugegebenermassen kenne ich mich hier in der Szene kaum aus. In der Zeit vor dem Nichtraucherschutzgesetz, dass mich hoffen lässt, dass mittlerweile zumindest einige Clubs qualmfrei sind, habe ich die  Szene hier nicht kennengelernt. Aber gäbe es Läden, in denen Produktionen von Labels wie Enhanced oder Anjunabeats laufen, hätte ich wahrscheinlich schon was davon gehört. Ich glaube, man spielt hier ausschließlich diesen monotonen Techno mit Scheppergeräuschen, Electro, House und RMB.

Aber Trance?  Tips?

Danke.

später Bericht

Wednesday, February 27th, 2008

Mit Scham blicke ich in meinem Blog auf das leere Kalenderblatt dieses Monats und gebe zu: Ich war schreibfaul. Dies obwohl es eigentlich einiges zu sagen gibt, denn es gab genug Events über die zu berichten war.

Da war zum einen die Berlinale. Auch dieses Mal ging es mir mehr um die Filme, die man sonst hier in Deutschland eh kaum im Kino zu sehen bekommt. Zum einen “Invisible City”, eine gelungene Dokumentation über Kreative in Singapur an deren Anschluß die Regisseurin ausführlichst - trotzdem dies die letzte Vorführung war - auf Fragen einging, “Geneneet al asmak”, ein ägyptischer Film über die Beziehung oder eher “Nicht-Beziehung” zwischen einer Radio-Moderatorin und einem Anästhesisten sowie der koreanische Wettbewerbs-Beitrag “Bam gua Nat“.

Da nun alle Kino-Foyers rauchfrei sind, gönnte ich mir den teureren Besuch der ersten Aufführung im Berlinale-Palast. Alles im Allen eher raugeschmissenes Geld, was man besser in einer Wiederholung hätte investieren können. Denn zum einem war das Foyer zwar rauchfrei, aber während des Films pumpte die Klimaanlage fleißig Qualm von draußen rein. Zum anderen saß ich weit entfernt von der Leinwand.

Der Film selbst war, trotz gewisser Längen, ganz nett - ein koreanischer Maler flieht nach Paris, dort gibt’s dann ziemlich viel Beziehungskram und hübsche Pariser Ansichten. Aber im Unterschied zu den Wiederholungen standen die Schauspieler sowie der Regisseur im Anschluß an den Film verloren auf der Bühne und wussten nicht so recht was sie dort sollten, da der Conferencier in mehreren Metern Abstand von ihnen nur schweigend da stand - keine Fragen, kein Interview. Ob man sich aufgrund der Anwesenheit der Jurymitglieder keine kritischen Fragen erlauben mochte?

Das in die Berlinale investierte Geld steht aber in keiner Relation zu einem anderen Posten bei meinen Ausgaben. Denn da geht es um Restaurantbesuche. Aber mehr dazu in einem anderem Posting.

Once-Premiere

Friday, January 11th, 2008

Nachdem das Kinojahr mit Wes Anderson’s “Darjeeling Limited” gleich zu Anfang einen echten Knaller bereithielt, hat es nun auch endlich “Once” in die deutschen Kinos geschafft. Warum der Publikumsgewinner beim letzten Sundance Festival so lange brauchte, bis sich ein deutscher Verleih schließlich dafür interessierte ist mir dabei unklar.

Gestern aber war nun endlich Deutschlandpremiere dieses irischen Musicals im Cinestar Original am Potsdamer Platz. “Once” hat bisher im Verhältnis geringe Produktionskosten - Einspielergebnisse Rekordgewinne erzielt. Der Film besticht zum einen durch eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen einem Straßenmusikanten in Dublin und einer tschechischen Immigrantin, die an keiner Stelle zu dick aufgetragen, sondern eher subtil dargestellt wird. Zum anderen bietet der Film eine ganze Menge guter Singer/Songwriter Musik. Etwas, was man wohl in einem Musical so noch nicht gehört hat. Hauptdarsteller Glen Hansard schrieb dabei die meisten Songs selbst, wie auch vieles an Storyelementen eigen erlebten Geschehnissen entstammt. Hansard ließ es sich übrigens nicht nehmen, nach den Fragen durch das anwesende Publikum gleich mehrere Stücke des Films zu spielen und verteilte im Anschluß daran gut gelaunt Autogramme.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Film auch in Deutschland so gut ankommt, wie in den vielen anderen Ländern vorher.

Oder-Impressionen

Saturday, December 1st, 2007

Ich möchte auf eine Wanderausstellung hinweisen, die ich mir gestern angesehen habe und über die ich durch die Aktion “Kulturland Brandenburg” aufmerksam geworden bin. Noch bis Sonntag gibt es in Müncheberg, östlich von Berlin auf dem Weg nach Kostrzyn, unter dem Titel “Vom Lauf der Flüsse” Bilder des Potsdamer Malers Hubert Globisch zu sehen. Die Ausstellung wird danach in Glogow (Polen) zu Gast sein. Beeindruckend sind neben Gemälden von einem Speicher in Danzig und Wasser-Thematiken vor allem die Bilder des Zyklus “Oderflut”. Sie schildern durch ihre Lichtgebung und die Farbwahl anschaulich die besondere Situation, die durch die Flut verursacht worden ist.

Ausstellung

Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist der Ausstellungsraum selbst, die von Schinkel erbaute Stadtpfarrkirche Marien. Innerhalb des alten Gebäudes ist im Innenraum seitlich ein seperater, neuartiger Einbau entstanden, der unter anderem die Stadtbibliothek und einen Sitzungssaal beherbergt.

Ein paar andere Photos vom historischen Stadtkern in Müncheberg finden sich in meinem Album.

Kevin Devine im “Hans Wurst”

Friday, September 28th, 2007

Was mir ziemlich aufstößt ist die Tatsache, dass man in Berlin mittlerweile zwar einiges an rauchfreier Gastronomie findet, fast alle dieser Cafès und Restaurants machen aber schon am frühen Abend wieder zu. Wer rauchfrei später abends ausgehen möchte hat kaum Auswahl. Deswegen ist die Freude groß, dass sogar in unserem Stadtteil Pankow nun ein Restaurant / eine Bar eröffnet hat, die mit großzügen Öffnungszeiten geradezu verwöhnt. Während der Woche hat das vegane Bio-Cafè “Hans Wurst” bis Mitternacht auf, am Wochenende sogar “open end”. Neben täglich wechselnden Gerichten und einem schönen, gemütlichen Ambiente bietet man dort auch vielfältige Kultur wie Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Theater an.

So kamen wir gestern abend in den Genuß unseres ersten rauchfreien Rockkonzertes. Der Singer/Songwriter Kevin Devine aus New York lieferte in einem Gratis-Konzert fast 2 h nur mit Gitarre begleitet eine fantastische Leistung ab. Und was soll ich sagen: Der Laden war trotz Rauchverbot voll. Im Unterschied zum Wilco-Konzert war es dieses Mal aber andersrum: Wir waren drin und lauschten qualmfrei, während sich die Raucher draussen vor der Tür aufhielten.

Das “Hans Wurst” ist ein Beweis dafür dass, sofern sich auch die Deutschen mal dran gewöhnt haben, eine rauchfreie Gastronomieeinrichtung auch noch später abends funktioniert und allen, die nicht glauben daß Ausgehen = im Qualm sitzen bedeutet empfehle ich, mal hierhin zu fahren.

Museumsnacht mit Cocktail

Sunday, August 26th, 2007

Lange Nacht der Museen mal wieder. Nach der kleinen Pause im Winter hat man dezent in der Weise die Preise erhöht, dass der übliche Preis von 12 Euro pro Ticket nur noch im Vorverkauf zu haben war, am Tag selbst ist man mit 3 Euro mehr dabei.

Dennoch, wir legten das Geld auf den Tisch und begannen recht konventionell mit Ephraim-Palais (fantastische Photos aus Metropolen der Welt von Kermit Berg), einen kurzen Blick auf hübsche Biedermeier Zimmer im Museum Knoblauchhaus und ausführlicherer Betrachtung der aktuellen Themenausstellung “Das ABC der Bilder” im wie immer vollen und teils sehr warmen Pergamonmuseum.

Danach wurde es anders und wesentlich gemütlicher als vorher. Im Podewils’schen Pailais feierte man die Geburtstagsnacht der Langen Nacht der Museen. Es gab Kurzfilme von Jungfilmern beim Afri Cola Jungfilmer Award zu sehen und diese Brause regierte auch den gesamten Aufenthalt im Palais. An jeder Ecke gab es eine Afri-Cola Bar mit Gratisgetränken. Hatte man eine Flasche dieses übrigens sehr leckeren Getränkes leer bekommen und brachte sie zurück, wurde man von den Damen hinterm Tresen gleich wieder mit einer neuen Flasche versorgt auch wenn man eigentlich mittlerweile von dieser Koffeinbombe schon frisch genug geworden war. Wir saßen da und lauschten einem DJ, hatten gerade keine Flasche vor uns, schwupps schon kam wieder jemand vorbei der einem mit treuseligem Blick die nächste Pulle servierte. So tranken wir uns durch die nächste Zeit, bis wir dann endlich aufbrachen. Denn wir hatten dem DJ zunächst ohne Qualm lauschen können, nach ca. 15 min. fing irgendein Typ an zu rauchen, es folgten in einer Art Kettenreaktion unzählige andere.

Wir beendeten den Abend im Haus der Kulturen der Welt. Spektakulär angestrahlt fand sich auch im Haus selbst Sensationelles: Das gesamte Haus war rauchfrei , heisst, die beiden Dancefloors waren eben dieses und die oben gelagerte Bar mit Live DJ war auch ohne Qualm zu geniessen. Wahrlich ein schöner Abschluß.

Haus der Kulturen der Welt

Wilco nebenan

Sunday, May 27th, 2007

Nichts zu hören - wahrscheinlich gerade Umbauphase. So unser erster Eindruck als wir in der Kulturbrauerei ankommen um uns von draussen das Wilco-Konzert anzuhören. Damit wir uns recht verstehen: Wir sind keine Schmarotzer, wollen hier kein Geld sparen, hätten dies gerne ausgegeben, aber wir besuchen keine verqualmten Restaurants mehr und erst recht keine extrem verqualmten Rockkonzerte.

Es gab so manche uns bekannte Band, die Berlin besucht und wieder verlassen hat, ohne dass es uns wert wart, zumindest mal Mäuschen zu spielen.Bei Wilco aus Chicago ist das anders, denn diese viel umjubelte Band ist eine unserer Lieblingsbands und uns diese Mühen wert, stundenlang draussen im Hof zu stehen um eventuell Fetzen eines Konzerts mitzubekommen. Die Akustik im Innenhof der Kulturbrauerei ist auch ganz passabel, vor allem lautere Songs lassen sich gut verfolgen, umso besser wenn der Typ der immer für den Getränkenachschub sorgt eine der Türen zum Saal öffnet. Dann wird der Sound glasklar. Zwischendurch öffnet sich auch mal eine andere Tür und man kann durch den Qualm einige Bandmitglieder erkennen. Ein Roadie bewundert uns: Coole Sache, mit Weizenbier in der Kühle zu stehen anstatt bei Qualm und Saunatemperatur drinnen. Das scheinen einige Besucher des Konzerts auch zu denken und verlassen frühzeitig das Event, sichtlich erschöpft. Als ich gerade Bier besorge bietet eine Frau der meinigen eine Karte gratis an, diese überlegt eine Weile, aber nein, lieber nicht, danke, es geht nicht.

Moment mal, ist das nicht dieses Stück vom letzten Album? Ja, ich habe gerade wieder einen der Songs erkannt, dabei bin ich nicht so gut drauf wie meine Frau, die manche Lieder schon nach ein paar Takten erkennt. Das Konzert dauert und dauert und irgendwann wird es der Security anscheinend zu viel, man öffnet nach der ersten Zugabe die Türen und denkt, das sei es wohl gewesen. Doch weit gefehlt: Wilco scheinen gut drauf zu sein, liefern ein extrem langes Konzert ab, eine Zugabe nach der anderen. Der Roadie ist begeistert, ein tolles Konzert.

Dann das große Finale, ich husche nach Konzertende in den Saal um wenigstens ein Tour-T-Shirt zu kaufen. Denn irgendwie waren wir ja auch dabei gewesen. Draussen angekommen bleiben wir einfach dort stehen, wo wir nun schon seit Stunden sind. Man gewöhnt sich daran und die Position ist so günstig, dass wir noch sämtliche Bandmitglieder am Reisebus ankommen sehen. Diese werden von den treusten Fans begeistert empfangen. Fast alles anscheinend Leute, die nicht aus Berlin stammen und mit der Band sozusagen mitreisen. Kurz gelauscht: Der Sänger von Wilco betont, man spiele hier in Europa vor allem auch ältere, bekanntere Songs was vor allem daran liege, das die Band nicht so häufig hier sei und man sich verpflichtet fühle, bestimmte Songs überall in Europa zu spielen. Nach und nach steigen die Bandmitglieder in den Bus. Als nichts mehr los ist, entschliessen wir uns zu gehen.

Rondeau-Ausstellung

Thursday, April 5th, 2007

Zur Zeit wird auf vielen Werbeflächen in Berlin über eine Ausstellung des vielfältigen Werks von Brassai im Martin-Gropius-Bau  informiert. Wer diese Ausstellung besucht, in der nicht nur Fotografien sondern auch Zeichnungen von Brassai gezeigt werden, sollte den extra Euro für die Kombikarte mit der parallel angebotenen Ausstellung mit Fotografien von Gerard Rondeau bezahlen - es lohnt sich.

Als jemandem, der Fotosammlungen unter einen thematischen Gesamtzusammenhang mag, interessierte mich besonders seine Kollektion “Hors Cadre” (”Außerhalb des Rahmens”), die Museen in den Mittelpunkt stellt - während einer Ausstellung und davor bei ihrem Aufbau. Da sieht man zum Beispiel Büsten im provisorischen Plastikleimbecher bevor sie ihren eigentlichen Ort im Ausstellungsgebäude finden, oder den Betrachter, wie er sich im jeweiligen Kunstobjekt reflektiert.

Bode-Museum

Friday, March 9th, 2007

Schon seit längerer Zeit gab es jeden Donnerstag-Abend eine Warteschlange am Bode-Museum, dessen Pforten an diesem Abend bis 22 Uhr geöffnet sind - Eintritt frei ab 18 Uhr versteht sich. War der Grund anfangs schlichtweg, dass das Museum erst vor kurzem wiedereröffnet worden ist, gab es kurz darauf spektakuläre Neuerwerbungen in Form von Holzschnitten von Tillmann Riemenschneider zu bewundern.

Mittlerweile, so stellte ich gestern fest, ist das Museum auch an diesem Tag wieder besuchbar. Das Museum selbst und seine architektonische Schönheit ist dabei der Star. Der Blick geht an die hübschen Wände, die pompösen Kuppeln und Treppen oder auf die kunstvoll verzierten Kachelböden - diese sind selbst in den Toiletten zu finden. Dazu gibt es fast ein Überangebot an Kunst. Holzschnitte und Gemälde neben Statuen aus den passenden Epochen - der angeschwipste Besucher passe bitte auf die auf, die mittem im Weg stehen. Das Kunstangebot ist auf zig Räume verteilt. Dabei braucht man schon eine gewisse Zeit, um wieder zum Ausgang zu finden.

Mein Fazit: Nicht nur wenn man sich für die dort angebotete Kunst interessiert - auch schon wegen der Architektur des Gebäudes lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.

Berlinale - persönliche Auswahl

Monday, February 12th, 2007

Wann immer man schliesslich und endlich eine Auswahl von Filmen bei der Berlinale getroffen hat, geht’s ans Karten besorgen - was die existierende Liste schon von vornherein begrenzt, da viele Filme schon nach kürzester Zeit ausverkauft sind. Dabei bin ich zugegebenermassen recht faul, denn ich stelle ich mich nicht Ewigkeiten an den Ticket Counter an sondern versuche mein Glück über das Internet. Besonders lustig ist es dabei, wenn man sich einen Film ausgesucht hat, es werden Karten angezeigt, man füllt seine persönlichen Daten ein, schickt sie ab und bekommt dann mitgeteilt, dass es für diesen Film doch keine Karten gibt.

Nun ist das Ganze nicht so schlimm, da ich aus erwähnten Gründen dem Kino nur noch selten einen Besuch abstatte, erst aber einen Film in Aussicht bekommen zu haben und dann doch keine Karten dafür zu bekommen ist dennoch enttäuschend.

Eine Empfehlung kann ich übrigens schon mal aussprechen: Haebyonueui Yoein (Woman on the Beach) - ein koreanischer Film der im Panorama-Programm läuft in dem ein Regisseur zwecks Inspiration ans Meer fährt. Ein nett gemachter Beziehungsfilm mit witzigen, aber auch tiefgehenden Dialogen, der sich im späteren Verlauf ein bisschen zieht. Dennoch sehenswert.