Archive for the ‘Kultur’ Category

Was gibt’s im Fernsehen?

Tuesday, May 30th, 2006

Der Fernseher springt an.

ARD: Es wird gerade vom Training der brasilianischen Mannschaft berichtet. Wechsel zum ZDF, dort redet das “Philosophische Quartett” über den Fußball im Allgemeinen. Durch die verschiedenen dritten Programme, es laufen WM-Spiele aus dem letzten Jahrhundert, mit einem knarzenden Kommentar begleitet. Weiter gehts zu Sat1, dort gibt’s Werbespots, 90 -95% davon zum Thema “Fußball” und “WM”. Über RTL - Jauch befragt bei der Millionärsshow gerade Prominente zu Fußballthemen - geht es hoffnungsvoll zu ARTE, dort wird man doch nicht etwa? Doch, Themenabend “Fußball” ist angesagt. Das Bild rundet BBC World ab, soeben wird über die Verletzung von Ballack berichtet.
Ich gebe es auf und schalte die Kiste aus, denn so oder so ähnlich präsentiert sich uns momentan die sogenannte “Programmvielfalt” der deutschen TV-Sender.

Und dabei hat die WM noch gar nicht mal begonnen.

Verdienter Oscar-Gewinner

Monday, March 6th, 2006

Wer den Film “Crash” gesehen hat so wie ich, der wird wahrscheinlich auch mitgejubelt haben als verkündet wurde, dass er den Oscar für den besten Film gewonnen hat. Denn es bestätigt dass, was mir schon beim Anschauen aufgefallen ist und was ihn zu meinem Lieblingsfilm letztes Jahr erkoren hat. Kaum ein Film hat in den letzten Jahren solch intensive emotionale Momente produziert, wartet mit solch einem intelligent geschriebenen und komplexen Drehbuch auf und ist so raffiniert arrangiert wie “Crash”. Meiner Meinung nach hätte man auch Don Cheadle für seine schauspielerische Leistung nominieren können und den Oscar für die beste Kameraleistung hätte er auch verdient gehabt.

Für die deutschen Filmverleiher ergibt sich damit ein Problem: Dies ist der einzige nominierte Film in der Kategorie “bester Film” der weder momentan läuft noch anlaufen wird, er ist schon vor längerer Zeit in Deutschland gezeigt worden. Viel Geld kann man hier nicht mehr mit ihm verdienen, aber die DVD-Firmen wird’s freuen.

Prominenz bei der Berlinale

Saturday, February 11th, 2006

Viele Schauspieler können nichts dafür und manche haben es aufgrund ihrer schauspielerischen Leistungen auch gar nicht verdient - im positiven wie im im negativen Sinne - aber es gibt schon so etwas wie eine Prominentenskala bei der Berlinale. Da gibt es viele B- und C-Prominente die auf dem roten Teppich entlang schreiten und dann gibt es die, bei denen das Wort “prominent” nicht mehr passt und die unerkannt ins Kino gehen können, allerhöchstens von den eigenen Familienmitgliedern bejubelt.

Die momentan stattfindende Berlinale hat demnach gestern mit George Clooney, einem A-Prominenten - ohne Zweifel - sicherlich schon ihren Höhepunkt erreicht, denn für einige ältere Besucher mag auch Meryl Streep ein A-Prominenter sein, aber allein schon die große Zahl der Fans und das Medienaufkommen gestern betrachtend, ist George Clooney dieses Mal der absolute Zuschauermagnet beim Filmfestival.

Das Ausschau halten nach dem Star war stark erschwert, hatte sich doch das ZDF mit einer riesigen Übertragungsschaltstelle vor dem roten Teppich aufgebaut. Viele Anwesende versuchten dann, in irgendeiner Weise ein Photo von Clooney zu ergattern, während ihm seitens der erschienenen Fernsehteams geistreiche Fragen gestellt wurden.
Sicherlich haben aber nur die wenigsten später etwas Vernünftiges auf Chip oder Film gehabt.

Leute beim Versuch, ein Photo von George Clooney zu bekommen

Akademie der Künste

Sunday, January 29th, 2006

Beim Besuch der Akademie der Künste ergaben sich für den Besucher der gestrigen “Langen Nacht der Museen” folgende Eindrücke:

  • Die Akademie besitzt viele Stockwerke, die über architektonisch interessante Treppen miteinander verbunden sind.
  • Auf den einzelnen Leveln gibt es kaum etwas zu sehen, die Treppen selbst sind das Hauptereignis, sieht man einmal von dem sicherlich netten Anblick des Pariser Platzes von oben ab.
  • Auf dem zweitobersten Level gibt es einen Austritt nach draussen von dem man ein Treppenhaus anschauen kann, auch dies, sehr interessant gestaltet.
  • Im Zentrum des Erdgeschosses gibt es ein Cafe, dessen dort produzierter Zigarettenqualm sich über das ganze Gebäude ausbreitet
  • Hinter dem Qualm waren einige Photos eines Künstlers zu sehen, dort konnte man aber nur hin gelangen wenn man durch den Qualm ging, ich habe darauf verzichtet.
  • Es gibt einen leeren, wohl historischen Raum, dessen alte Decke ganz hübsch aussieht.

    Ich glaube, das wars. Für weitere Informationen hätte man wohl eine Führung mitmachen sollen bzw. die Homepage der Akademie der Künste besucht.

    Academy of Arts

Lehren in Deutschland

Sunday, January 22nd, 2006

Schon des öfteren konnte man bei “Wer wird Millionär” bewundern, wie schwach und teilweise sogar peinlich Teile des deutschen Lehrnachwuchs in dieser Show abschnitten. Die angehenden Lehrer wussten teilweise die simpelsten Dinge nicht - was sicherlich nicht nur an dem Lampenfieber lag.

Ich frage mich dann , ob ein Lehrer heutzutage nur noch in seinen zwei Unterrichtsfächern Bescheid wissen braucht, oder ob er nicht auch ein hohes Allgemeinwissen aufweisen sollte, damit er Schüler unterrichten kann. Das wiederum wirft die Frage auf, ob das von den Unis vermittelte Wissen im Lehramt nicht breiter gefächert sein sollte, damit auch die, die sich vielleicht zu sehr auf ihre Fächer konzentriert haben, etwas aus anderen Bereichen vermittelt bekommen.

Die besten Filme des Jahres

Wednesday, December 28th, 2005

Jetzt fängt der auch noch an mit diesen “Besten”-Listen wird man denken, wenn man dieses Posting liest.
Ja, ich mach da auch mit. Vor allem deshalb, weil ja immer behauptet wird, dieses war ein so schwaches Jahr mit vielen uninteressantenFilmen. Ich kann dies nicht beurteilen ob die Filme, die ich nicht gesehen habe, uninteressant waren, aber die, die ich sah waren alle recht gut, kaum Enttäuschungen - und für eine Top Drei reicht es allemal. Hier also meine Lieblingsfilme dieses Jahr, alle drei in etwa gleich gut, deswegen ist der gewählten Reihenfolge keine Bedeutung beizumessen:

L.A. Crash (oder auch nur “Crash” im Original - und ich sehe immer die Originalversionen, nicht die stupiden Synchronisationen) .
Was für ein Film. Ich hatte schon viel Gutes vorher über diesen Film gelesen und alle Erwartungen sind erfüllt worden. Ein hervorragender Don Cheadle sowie - neben vielen anderen Stars - Sandra Bullock und Brendan Frasier, eigentlich Schauspieler die in mehr “seichteren” Filme auftauchen in diesem fantastischen “Short Stories”-artigen Film, der bei gut gemachter Musik viele emotionelle Höhepunkte besitzt.

Garden State
Auch hier mit Zach Braff ein Akteuer und bei diesem Film sogar Regisseur, der sonst in einem anderen Genre zu sehen ist (Scrubs). Eigentlich Alltägliches was hier gezeigt wird, aber gute Dialoge, sehr gute Schauspieler und ein äusserst symphatischer Spielfilm.

Broken Flowers
Was soll ich sagen? Bill Murray Hauptdarsteller, Jim Jarmusch Regisseur. Das konnte nicht schief gehen und ist es auch nicht, denn es ist einfach hervorragend gelungen.

Unterschiede amerikanischer und deutscher Weihnacht

Tuesday, November 29th, 2005

Ich bekomme manchmal den Eindruck, dass deutsche Journalisten im Ausland sehr lange nichts mehr von aktuellen Entwicklungen in ihrer Heimat mitbekommen haben. Neuestes Beispiel hierfür ist ein Spiegel-Artikel über den Weihnachtsmarkt in Chicago.
Das was dem Schreiber dort anscheinend vollkommen entgangen ist, sind folgende Dinge:

Auch in Deutschland gibt es momentan immer mehr Leute, die ihre Häuser, Balkone und Gärten aufwendig dekorieren. Hier findet manchmal ein regelrechter Wettbewerb statt.

Auch in Deutschland hat Weihnachten hauptsächlich etwas mit Shopping zu tun und weniger mit Besinnlichkeit. Wer dies nicht glaubt, der kann ja gerne mal am Wochenende in die Innenstädte fahren und sich die Rennerei vor Ort anschauen.

Auch in Deutschland gibt es neue Einkaufszonen in zum Teil hässlichem Baustil, die sich in der Umgebung von Weihnachtsmärkten befinden. Die Szenerie von Chicago ist da wesentlich schöner.

Wenn man nur diese Punkte von dem Artikel abzieht, bleibt eigentlich wenig US-spezifisches übrig.

Prominenz am Telefon

Monday, November 14th, 2005

Eben klingelte es und eine sonore Stimme teilte mir mit ich sei in einer Warteschleife drin und ich spräche mit dem Weihnachtsmann.
Nun fühle ich mich geehrt, dass dieser gute Mann Zeit für mich hat. Dies mag aber daran liegen, dass er momentan - so früh vor dem Fest - noch Zeit hat, auch Leute wie mich anzurufen.

Derlei Anrufe gibt es in letzter Zeit übrigens immer mehr. Lotterien, Befragungen - sie alle bieten ihre Dienste an oder wollen etwas wissen. Jemand, der sich wunderte, warum es in den USA schon Filtersysteme gibt, die erst mal rangehen, wenn angerufen wird und nur Bekannte und Verwandte durchlassen, sollte sich mal so langsam daran gewöhnen, dass wir auch in diesem Punkt die USA nachahmen.

Internet TV

Wednesday, October 26th, 2005

Eine positive Entwicklung gibt es vom Internet-TV Markt zu berichten. Der Presse ist zu entnehmen, dass sich nun auch mehr und mehr “normale” Fernsehsender entscheiden, ihr Programm über das Internet zu senden. Wie ich kürzlich berichtete, gibt es schon die Möglichkeit, bestimmte Sport-Events live zu verfolgen. Nachdem es schon eine große Mengen an TV-Stationen aus allen möglichen Ländern gibt (siehe Liste), gesellt sich nun z.B. Comedy Central hinzu.

Ich kann diese Entwicklung nur begrüßen, denn dies bedeutet, dass das jämmerliche Angebot, was sich dem deutschen TV-Konsumenten erschliesst, nun um einige gute Alternativen bereichert wird. Statt deutscher TV-Eigenproduktionen mit drittklassigen Schauspielern, die vor dem Tsunami auf Sylt davonrennen oder die Pest in Köln verscheuchen wollen, nun allerfeinster Satire mit Jon Stewart. Weiter so, ich hätte dann gerne zumindest noch HBO über das Internet empfangen und dafür lege ich auch Geld auf den Tisch.

Antiamerikanismus

Sunday, October 23rd, 2005

Vorhin war mal wieder ein schönes Beispiel für die Förderung des Antiamerikanismus durch das deutsche Fernsehen zu bestaunen. Im Weltspiegel gab es einen Report über Houston, die benzinfressenden SUVs, die viele Amerikaner besitzen und dazu noch ein paar Aussagen von Kneipenbesuchern, die Umweltschützer seien doch Weicheier, der Mensch sei wichtiger als irgendwelche Vögel und man solle überall nach Öl bohren.
Was für dumme ignorante Menschen, diese Amis, denkt sich da der besserwissende Deutsche.
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