Berliner Restaurantfreuden

Metropolen haben es so an sich, dass es ein schieres Überangebot an Freizeit/Ausgehmöglichkeiten gibt. Insofern galt das auch schon vor dem Nichtraucherschutzgesetz (NRSG) für Berlin. Aber nicht für mich persönlich, jemanden, der sich nicht in verqualmte Buden setzen wollte. Das Ganze hat sich seit Jahresbeginn nun radikal geändert. Während mich die Kneipen nicht recht interessieren – selbst wenn sie rauchfrei wären, könnte man in ihnen wohl nur nach einer Renovierung ohne Gemuffel sitzen – ist mittlerweile fast jedes Restaurant rauchfrei. Dies hat zum einen den Effekt, dass man die Qual der Wahl hat. Als ein Novize in der schönen, bunten Restaurantwelt von Berlin ergibt sich für mich zum anderen das Problem, dass ich bisher noch wenig Ahnung hatte, wo es denn was besonders lecker zu essen gibt. Bleiben Empfehlungen anderer oder Spontanbesuche auf den Touren durch die Stadt, bei denen ich bisher eigentlich noch nie enttäuscht worden bin.

Was signifikant ist, ist der Effekt auf die Geldbörse. Ich habe wohl nie so viel Geld fürs Außer-Haus-Essen ausgegeben wie nun, nachdem das NRSG gilt. Aber ich glaube, dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass das Essen-Gehen nun noch etwas Neues ist und dass man vor allem in der Anfangsphase viel ausprobiert.

Lasst sie doch rauchen

Seit der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes ist es ja nun schon eine Weile her und ich habe meine Meinung ein bisschen geändert. War ich vorher klar dafür, dass absolut jede gastronomische Einrichtung rauchfrei sein sollte, sehe ich das nun ein bisschen anders. Denn der absolut größte Teil aller Restaurants, Cafes und auch Bars ist rauchfrei. Diejenigen Läden, in denen immer noch gequalmt wird sind zum großen Teil Orte, in die ich sowieso nicht reinginge aus dem simplen Grund weil sie a) für mich nichts anbieten und b), das ist für mich noch wichtiger, selbst wenn sie rauchfrei wären noch so ausdünsten, dass man jedem gesundheitsbewussten Nichtraucher wohl nur abraten kann, dort hineinzugehen. In all der Zeit, in der in so mancher Kneipe aufs Intensivste gequalmt worden ist, hat sich das Zigarettenrauch in das gesamte Inventar ein solchen Ladens festgesetzt, sodass man eigentlich den ganzen Raum mitsamt der Wände und Möbel renovieren müsste ohne nicht weiterhin mit Zigarettenqualm konfrontiert zu werden. Ich war nun schon in einigen Cafés und Restaurants und dort wo ich war, ist wohl beileibe nicht so viel gequalmt worden, wie in Bars und Kneipen, aber selbst dort merkt man häufig noch deutlich die Überbleibsel aus der Qualmzeit. Es wäre sicherlich mal interessant zu wissen, ob es Untersuchungen gibt, die Konzentrantionen von Schadstoffen in solchen Kneipen, in denen nicht mehr geraucht wird, gemessen haben.

Aus dem Grund lasst sie an diesen Orten ruhig weiter rauchen, mir solls egal sein. Wesentlich wichtiger  wird sein, dass, wenn es wieder wärmer wird, durch das Spalier von Rauchern an den offenen Türen der Restaurants nicht der gesamte Qualm hinein gelangt. Aber ich lass mich gerne positiv überraschen.

Kundenwechsel

Meine Liste mit den mir bekannten, nichtraucherfreundlichen Restaurants und Cafès in Berlin hat aufgrund des Nichtraucherschutzgesetzes im Wesentlichen ausgedient. Lange Zeit gab es viele BesucherInnen sowohl aus Berlin selbst, als auch anderen Städten und dem Ausland, die sich hier informieren wollten, wo man in Berlin rauchfrei ausgehen konnte. Seitdem das Nichtraucherschutzgesetz in Berlin dafür sorgt, dass zumindest große Teile der Berliner Restaurants, Bars und Cafè rauchfrei sind, findet sozusagen ein “Kundenwechsel” in meinem Blog statt. Denn die Seiten werden nun nicht mehr von so vielen NichtraucherInnen aufgerufen, sondern von RaucherInnen, die in Berlin nach verqualmten Läden suchen. Erkennbar ist dies an den eingegebenen Wörtern, mit deren Hilfe man bei Suchmaschinen meinen Blog gefunden hat. Da wird anstatt nach “Nichtraucher”, “rauchfrei” “Restaurants” und “Berlin, gleich vielfach nach “raucher restaurants in Berlin” oder “berlin rauchen restaurants” gesucht bevor man bei mir landet.