Oder-Impressionen

Ich möchte auf eine Wanderausstellung hinweisen, die ich mir gestern angesehen habe und über die ich durch die Aktion “Kulturland Brandenburg” aufmerksam geworden bin. Noch bis Sonntag gibt es in Müncheberg, östlich von Berlin auf dem Weg nach Kostrzyn, unter dem Titel “Vom Lauf der Flüsse” Bilder des Potsdamer Malers Hubert Globisch zu sehen. Die Ausstellung wird danach in Glogow (Polen) zu Gast sein. Beeindruckend sind neben Gemälden von einem Speicher in Danzig und Wasser-Thematiken vor allem die Bilder des Zyklus “Oderflut”. Sie schildern durch ihre Lichtgebung und die Farbwahl anschaulich die besondere Situation, die durch die Flut verursacht worden ist.

Ausstellung

Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist der Ausstellungsraum selbst, die von Schinkel erbaute Stadtpfarrkirche Marien. Innerhalb des alten Gebäudes ist im Innenraum seitlich ein seperater, neuartiger Einbau entstanden, der unter anderem die Stadtbibliothek und einen Sitzungssaal beherbergt.

Ein paar andere Photos vom historischen Stadtkern in Müncheberg finden sich in meinem Album.

Storchensuche in Brandenburg

Die alljährliche Storchensaison geht momentan in Deutschland zuende. Bevor sich sowohl Jungvögel als auch ihre Eltern auf den Weg gen Süden machen wurde es für uns Zeit, uns noch einmal anzuschauen, wer denn alles so auf Brandenburger Häusern herumhockt. Mit Mühe konnte ich neben den üblichen Internetseiten zu den Storchendörfern Linum und Rühstädt einen Artikel finden, der viele andere Orte in der Nähe nannte, in denen es Nester zu bewundern gab. Leider wurde man nicht spezifischer und sprach zum Beispiel von dem einen Nest in C-Dorf und zwei weiteren in F-Dorf. Das Resultat war bei der Fahrt durch die einzelnen Dörfer, dass wir nur in einem Bruchteil davon Storchennester finden konnte. War der Ort auch noch so klein, das Haus mit Storch obendrauf war jeweils immer so gut versteckt, dass wir es nicht sehen konnte. Zweimal, in Neuholland und in Schwandte war wir aber doch erfolgreich.

Linum selbst hatten wir schon vor einigen Jahren besucht. Zu der Zeit, im Frühjahr, waren die Jungstörche ziemlich klein und schwerer zu sehen. Bei der Ankunft in Linum dieses Mal war eine Suche nach Nestern überflüssig. Man braucht dort nur entlang der Hauptstraße entlang gehen und findet fast auf jedem zweiten oder dritten Haus ein Nest. Säuberlich davor aufgereiht sind Schilder, die darüber Auskunft geben, wieviele Jungstörche es in diesem Jahr und auch in den vorigen Jahren gegeben hat. Dabei ist das aktuelle Jahr offensichtlich sehr storchenfreundlich und liefert ideale Bedingungen, denn in fast jedem Nest waren gleich mehrere Jungstörche. Besonders hübsch anzusehen und sehr überraschend war eine große Linde auf deren Krone ein Nest inklusive Störche thront.

Zur selben Zeit fand übrigens das alljährliche Storchenfest statt, eine kleine Kirmes bei der – dem Autor dieser Zeilen ein Rätsel – außer den Standardständen in Käfigen alles mögliche an Kleintieren präsentiert wird. Offensichtlich ist man der Meinung, dass man dem Besucher nach Betrachten der Störche zu deren Ehren das Fest ja veranstaltet wird auch zeigen möchte, welche anderen Tiere der Ort noch zu bieten hat. Man hatte aber vergessen ein anderes Tier in die Käfige zu bekommen, was sich in Linum aufgrund der dortigen Teichlandschaft so richtig wohl fühlt: Die Mücke. Und so schwärmten sie bei Dämmerung in großen Horden um uns herum, sodaß Aufnahmen zu der Zeit zum großen Teil verwackelt worden sind. Dabei waren dann viele Tiere auf den einzelnen Zacken des Kirchturms und auch des Naturbund-Hauses zu sehen.

Mehr Photos von Besuchen in Linum gibt es im Album zu bewundern.

Naturbund house with stork nest