WM-Fazit

Bevor ich mich wieder anderen Themen zuwende, noch ein kurzes, persönliches Fazit zur Fußball-WM.

Stimmung: Wohl kaum zu übertreffen, eine einzige Dauerparty, sowohl im Stadion als auch außerhalb. Während meiner Besuche im Zentrum von Berlin, als auch bei einem Spiel sah ich eigentlich nur Positives.

Fans: In den Spielen der deutschen Mannschaft gegen Argentinien und Italien fiel auf, dass der Gegner von der ersten Minute an ausgepfiffen worden ist – das ist extrem unfair und albern.
Abgesehen davon aber: Vorbildlich. Man konnte sich offensichtlich auch mal mit den anderen Ländern freuen, wenn diese gewonnen hatten und im Feiern waren die Fans sowieso weltmeisterlich.

Die Spiele: Selten hat mich eine Weltmeisterschaft so gelangweilt, wie diese. Kaum Überraschungen, viele, langweilig vorgetragene Favoritensiege und bei Teams mit gleicher Spielart ein einfallsloses Gekicke, das hauptsächlich darauf bedacht war, die Strategie des anderen zu stören, anstatt das eigene Spiel zu entwickeln. Oft genug habe ich einfach zu anderen Programmen gezappt, wenn es mal zu öde war.

Kommerz: Die Adidas Arena machte sich auf dem Platz der Republik direkt beim Zentrum der deutschen Politik, dem Reichstag breit. Ein besseres Symbol für die Symbiose von Kommerz und Politik und den Einfluß der Großunternehmen konnte es wohl nicht geben.

Organisation: Perfekt. Ein Lob sowohl als das deutsche Organisationskomittee als auch an die Fifa. Es gehört schon einiges an Ressourcen und Ideen dazu, die WM logistisch so gut ablaufen zu lassen.

Asphaltwüste der Republik

Ein herzliches Dankeschön an die beteiligten Großkonzerne für die Verschandelung dieser Stadt an mehreren Orten. Ein Dank aber auch an den Senat, der diesen Schwachsinn genehmigt hat.

Nur noch mal zur Erinnerung – man kann es nicht oft genug sagen – letztes Jahr war es auf dem Platz der Republik, damals noch eine große Wiese mit Bäumen und Büschen, strengstens verboten, darauf Fußball zu spielen.

Baustelle Platz der Republik

Weltmeisterliches Baumfällen

Berlin ist (bis jetzt) erfreulicherweise eine sehr grüne Stadt im Vergleich zu den anderen Metropolen in der Welt. Dass gerade im Zentrum so viel Bäume und Pflanzen sowie Parks zu finden sind ist – wer viel in andere Städte verreist weiß das – beleibe nicht selbstverständlich. Genauso wie diese Tatsache für Berlin gilt, scheint die Abschaffung von Grünflächen momentan eine allzu leichte Angelegenheit zu sein, wie ich schon früher berichtete.

Der momentan viel besprochene Fall der für die Adidas-Arena gewichenen Bäume und Sträucher scheint diese Entwicklung nur noch mal zu unterstreichen. Die Fraktion der Bündnisgrünen in Abgeordnetenhaus hat das in dieser Presseerklärung sehr gut formuliert.