Großkonzerne präsentieren Berlin

Den Touristen, die gestern am Pariser Platz ein Photo machen wollten, bot sich eine interessante Gelegenheit. In einem Bild konnten sie drei wichtige deutsche Institutionen festhalten: Das Brandenburger Tor, die Deutsche Bahn mit ihren Leihfahrrädern vor dem Tor und direkt hinter dem Tor einen großen Truck der Telekom. Damit hatten sie auch gleichzeitig die beiden Großkonzerne in einem Photo, die in Sachen Omnipräsenz wohl kaum zu übertreffen sind.

Wie lange der Truck dort am Tor steht, ob nur gestern oder gar bis zur WM – das wäre nicht überraschend – entzieht sich leider meiner Kenntnis. Fest steht, wenn diese Touristen dann nach Hause kommen und die Photos vorzeigen, ergibt sich eine fantastische Homogenität, denn sicher hat man auch ein Photo vom von der Telekom neu verzierten Fernsehturm aufzubieten.

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Kleiner Nachtrag zum vorherigen Eintrag zu diesem Thema:

Bayrische Milcherzeugnisse sind von höchster Qualität – das weiß ganz Deutschland. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass bayrische, glückliche Kühe gesundes Gras fressen, daß es nur in Bayern gibt. Nun wissen wir aber auch von einem anderen Vorteil dieses Gewächses: Es ist sehr robust.
Es ist sogar so widerstandsfähig, dass es direkt vor dem Anpfiff des ersten WM-Spiels ein 20-minütiges hellersches Getrampel aushalten wird – so weiß es die FIFA.

Wir hier in Berlin sagen jedenfalls “Danke” an die FIFA für die eine Million Euro, die unser Fest vorm Brandenburger Tor bekommen wird. Ich wette, da wird der nächste Champagnerbrunch bei der FIFA deutlich magerer ausfallen.

Der rosarote Fernsehturm

Wer den Berliner Fernsehturm noch in seiner vollen Schönheit sehen oder fotografieren möchte sollte sich beeilen, denn schon in Kürze bekommt er – wie ja schon des öfteren der Presse zu entnehmen war – telekommagenta-farbene Punkte aufgeklebt und soll dann aussehen wie ein Fussball. Der Umbenennung zum “Telekomtower” steht damit nichts mehr im Wege. Unbestätigten Gerüchten zufolge bekommt er 32 Punkte, welche die 32.000 Mitarbeiterstellen repräsentieren sollen, die von der Telekom in Zukunft abgebaut werden.

Der Senat pullert sich momentan aufgrund der genialen Idee mit dem rosaroten Telekomturm vor Freude ein, hatte man doch schon vorher in lichten Momenten und aufgrund der Ebbe in der Kasse die Berliner Gedächtniskirche verunstaltet und aus dem Charlottenburger Tor ein Samsung-Tor geschaffen.

Hier noch zwei weitere Ideen für einen erhöhten Geldfluss in die Stadtkasse: Das Brandenburger Tor sollte in Christo-Manier mit Zewamoll-Toilettenpapier eingewickelt werden. Ausserdem könnte unsere Goldelse demnächst eine Klobürste halten – auf dem Sockel der “Domestossäule”.

Und wenn sich dann irgendwann mal die Touristen von dieser Stadt aufgrund der neuen Ansichten abwenden, dann wird wahrscheinlich wegen der fehlenden Einnahmen mehr verloren, als man durch die Sponsoren gewonnen hat.
Aber vielleicht besinnt man sich ja doch noch und hat keine weiteren Ideen mehr.