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Fahrradhauptstadt Berlin

Tuesday, March 11th, 2008

Ursprünglich aus der Provinzstadt Münster kommend, habe ich gelernt, dass man dort stolz von sich behauptet, Fahrradhauptstadt Deutschland’s zu sein.  Und da scheint auch was dran zu sein, denn Fahrräder sieht man dort überall, ob in den schmalsten Straßen, in Fußgängerzonen, wie auch auf Gehwegen. Außerdem kann man trotz Fahrradparkhaus (!) gleich eine riesige Anzahl von ihnen, Marke verrostet, rund um den Hauptbahnhof herumstehen sehen.

Momentan geht der Titel Fahrradhauptstadt aber eher an Berlin. Der Streik im öffentlichen Nahverkehr in Berlin hat den Effekt, dass man praktisch zu jeder Tageszeit, bei jeder Temperatur und an allen Orten Gruppierungen von FahrradfahrerInnen findet, von denen wahrscheinlich die meisten ihr Gefährt schon seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren haben.

Shoppen aus Langeweile

Thursday, December 13th, 2007

Bei der BVG haben sie noch nicht auf die adventzeitlichen Sonntags-Einkaufsfreuden reagiert. Während der neue Fahrplan einiges an Änderung zu bieten hat, fährt die U-Bahn vom S+U Pankow stur nach Feiertagsplan und das heisst sie transportiert mich und die zahlreichen anderen Fahrgästen nur alle 10 Min Richtung Zentrum. Am Alex herrscht Geschäftigkeit wie an einem Werktag, es ist eher sogar noch voller als zwischen Montag und Freitag wozu der dortige Weihnachtsmarkt auch ein gutes Stück beiträgt. Schon am Sonntag davor hat ein großer Teil der Berliner und Brandenburger den Sonntag entgegen den Wünschen der christlichen Kirchen anstatt zur Besinnlichkeit zum Shopping genutzt. Dabei könnte man das Argument der Kirchen durchaus verstehen, aber: Wer Besinnlichkeit will, der kann zuhause bleiben, der braucht ja nicht nach Saturn, Kaufhof und co. und wenn die Kirchen eben diese Besinnlichkeitsmöglichkeit für die arbeitenden Verkäufer haben wollen, dann bitte auch konsequenterweise für alle anderen Sonntagarbeiter, denn die Kellnerin und der Mitarbeiter im Kino haben das gleiche Recht. Es scheint mir, von allen den neuen Öffnungszeiten ist die gelegentliche Sonntagsöffnung noch wesentlich beliebter als die Spätabend-Öffnungen, da viele anscheinend schon wegen des Wetters nichts besseres einfällt, als sich mal anzuschauen, was es zu kaufen gibt. Shoppen gegen die Langeweile? Eventuell.

Daran denke ich unwillkürlich, während ich mir den Trubel am Alex aber auch in anderen Gegenden der Stadt anschaue. Ich selbst beteilige mich logischerweise auch daran, bin ein Teil davon. Nachdem ich einiges zusammengekaufe, mir auch noch meine Wolle vom Kopf scheren lasse, geht es zu Fresh’n Friends, bei denen es keine Rolle spielt welcher Tag und wie spät es ist. Hier gibt es Biofood zu jeder Zeit. Zurück fahre ich schließlich mit der überfüllten Tram Richtung Heimat.

Ersatzverkehr

Thursday, July 12th, 2007

Spät abends. Wir wollen nach Hause und überlegen wie wir das am besten mit dem öffentlichen Nahverkehr veranstalten. Momentan pausiert ein Großteil der in Berlin fahrenden Trams, Ersatzverkehr ist angesagt. Unter anderem auch bei der M1. Das ist die Linie, die wir brauchen.

Am Bahnhof Friedrichstraße angekommen, ergibt sich für den Reisenden erst einmal ein spätösterliches Suchspiel. Denn wo bitte ist die Ersatzsbushaltestelle “Friedrichstr./Am Weidendamm”? Zur Auswahl stehen zwei Richtungen, die unter dem Bahnhofstunnel durch ist richtig und nach ca. 5 Gehminuten erreichen wir die gut versteckte Haltestelle. Als wir den Bus besteigen, sind wir noch guten Mutes, bald zuhause zu sein, die BVG wird das schon prima mit dem Umstieg an der Eberswalder in die dort wartende Tram organisiert haben. Aber weit gefehlt, Gerade auf der Kreuzung Schönhauser Allee/Kastanienallee angekommen sehen wir die Tram schon an der Haltestelle warten. Den Fahrer der Tram interessiert es anscheinend wenig, dass wir noch nicht da sind, er wundert sich auch wohl nicht, dass bisher in der Tram trotz normalerweise großer Fülle am Wochenende nur ein paar Leute drin sind. Er starrt auf unseren Bus und fährt munter vor unseren Augen los. Da wir nun 30 Minuten Wartezeit haben, um auf die nächste Tram zu warten bleibt viel Gelegenheit darüber zu nachzudenken, was die BVG unter einem funktionierenden Ersatzverkehr versteht.

Vor kurzem hätten wir übrigens wieder mit dem gleichen Ersatzbus fahren müssen, dieses Mal von der Anfangshaltestelle Am Kupfergraben aus. Und wieder wars nüscht mit dem Transportieren Richtung Heimat. Denn dort angekommen stellten wir fest, dass der Fahrer den gesamten Bus erfolgreich mit Zigarettenrauch eingenebelt hatte. Der ganze Bus war so verqualmt, dass wir es vorgezogen haben, nach zwei Haltestellen wieder auszusteigen. Warum für Fahrgäste ein absolutes Rauchverbot in Bussen und Bahnen gilt, der jeweilige Fahrer aber sein Gefährt lustig unter Qualm setzen kann bleibt mir ein Rätsel.

Genereller Tramausfall

Sunday, June 17th, 2007

Anscheinend im Zuge der Werbekampagne “Steigt um auf den Bus” hat die BVG momentan gleich mehrere Tramlinien zumindest auf Teilstrecken erfolgreich mit Ersatzbusverkehr ersetzt. Dies betrifft die Linien M1, M4, M8,  M10, M17  und 12. Bei der M1 ist dies übrigens schon das 2. Mal in kürzester Zeit, dass sie nicht so fährt, wie sie eigentlich sollte - und dies auf dem gleichen Teilstück wie letztes Jahr.

Sehr unverständlich ist dabei teilweise das, was uns Daisy (Dynamic Information and Advise System) erklärt, wie hier bei der M10 exemplarisch gezeigt:

Erst vor kurzem sah ich einen Fahrgast auf dieses Display zulaufen, er las und suchte, bis er dann irgendwann im Laufschritt in der Ferne im Dunkeln verschwand, seine Suche nach der Ersatzhaltestelle fortsetzend. Es fällt vor allem die Formulierung “gehwegseitige Haltestelle” auf. Befinden wir uns etwa nicht schon auf einem Gehweg, wenn wir uns Daisy anschauen? Richtig! Sagt uns diese Mitteilung, wo denn wohl der richtige Gehweg ist, an dem sich dann die Bushaltestelle befindet? Nein! Auf die simple Idee Pfeile an die Haltestelle anzubringen, damit der Fahrgast weiß, in welcher Richtung er mal suchen sollte, kommt man hier nicht. Ich fand die Haltestelle übrigens nach einiger Sucherei an der dunkelsten Stelle eines anderen Gehweges, das Licht war hier ausgefallen.

Nachtrag: Eine noch extensivere Suche nach der Ersatzhaltestelle verspricht für die M12 und M1 die Haltestelle “S+U Friedrichstraße”. Diese ist mehere Gehminuten entfernt und von der Originalhaltestelle her außer Sichtweite. Der Hinweis “Ecke Friedrichstraße/Am Weidendamm” auf dem angebrachten Schild wird so manchem Berliner und vielen Touristen in keinster Weise verraten, wo das ist und in welche Richtung sie laufen sollen.

Pendelverkehr

Wednesday, April 26th, 2006

U Senefelderplatz am späten Abend. Ein spanisches (?) Touristenpaar steht auf dem Bahnsteig herum, offensichtlich desorientiert. Über den Lautsprecher gibt es Durchsagen der BVG, dass nun aufgrund von Bauarbeiten Pendelverkehr auf der Strecke herrsche, ein Tickerband im Display verkündet das Gleiche. Der Haken an der Sache: Es ist alles auf Deutsch und das Paar spricht nur gebrochenes Englisch. Ich helfe aus, erkläre, dass nun auf dem gleichen Gleis erst mal ein Zug in die eine Richtung fährt und dann einer in die andere, ihre, denn sie wollen zum Potsdamer Platz. Und dass sie eventuell noch mal den Zug wechseln müssen, falls der nächste nicht bis zu ihrem Ziel durchfährt.

Ich steige in die U2 Richtung Pankow ein, diese fährt nur eine Haltestelle bis U Eberswalder Straße, dort angekommen rüber zum anderen Gleis wo der nächste Zug uns weitertransportieren wird. Kurz nach Abfahrt Konfusion bei den mitreisenden Schülern, die Berlin besuchen, denn kurz vor S+U Schönhauser Allee wird vom Band als nächste Haltestelle das Olympiastadion verkündet.

Diese Erlebnisse sowie die Tatsache, dass noch an allen Orten Berlins gebuddelt und gebaut wird - alles für die WM, für was sonst? - lässt mich fragen, ob man wohl als Tourist momentan besonders günstig unterwegs sein kann, bekommt man überall Sonderpreise? Denn im Unterschied zu all den Gästen dieser Stadt, die zur Zeit der WM oder auch danach Berlin besuchen werden, bekommen diese Leute ja kaum das Berlin zu sehen, was sich nachher in seiner vollen Schönheit vor den Augen entfalten wird. Und die oben genannten Unannehmlichkeiten entfallen dann auch.

Zu teure Trams?

Friday, February 24th, 2006

Anscheinend möchte die BVG einen großen Teil ihrer Kunden überzeugen, auf den öffentlichen Nahverkehr zu verzichten. So interpretiere ich die in den lokalen Medien verkündeten Tram-Ausdünnungspläne, bei denen unter anderem in Pankow sowohl in Niederschönhausen als auch in Französisch-Buchholz diese Verdünnungen bei den dortigen Tramlinien geplant sind. Was dies konkret bedeutet, wird aus den vorliegenden Informationen nicht klar. Sollen ganze Abschnitte deaktiviert werden? Soll die Taktfrequenz wesentlich erhöht werden? Was auch immer, der Service für den Kunden in diesen doch sehr großen Wohngebieten wird sich wohl verschlechtern.

Aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich berichten, dass beide Linien fast zu jeder Tageszeit sehr gut ausgelastet sind. Deswegen ist es mir ein Rätsel, warum sie betroffen sind. Und ganz abgesehen davon: Ich bin zwar kein Ökonom, aber wenn man aufgrund von Schulden darauf angewiesen ist, die Einnahmen durch Kunden zu erhöhen, sollte man das Angebot für eben diese dann nicht verbessern, anstatt es zu verschlechtern?
Es erscheint mir nur logisch.

Das große Rennen

Sunday, November 13th, 2005

Gestern war wieder Volkslauf am S+U Pankow und ich war dabei. Um exakt 1.06 Uhr traf die um eine Minute verspätete U2 ein und oben warteten schon die Nachtbusse, die die Fahrgäste in die weiter entlegenen Teile der Stadt transportieren sollten. Nun muss man wissen, dass diese Busse um 1.05 losfahren sollten und die Busfahrer es oft sehr eilig haben, denn man weiss ja nie, ob man bei dem starken Verkehr, der nachts herrscht, überhaupt noch pünktlich an der Endhaltestelle ankommt.
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germs ;)

Sunday, January 9th, 2005

There is a good advice for all those people who are interested in the monthly new BVG-magazine (BVG = public transportation company in Berlin): Do *not* take a magazine from the middle of the magazine-holder - everybody does that already.

Yes, we probably all believed that the magazine in the front is the one that many ppl already took out just to put it back in place after reading it a while - and that this is the one with the most germs on it. But I got news for you: On my many drives with streetcars, busses etc. I watched so many people following this rule - taking a magazine from further on in the row *and* putting it back in the same place even - if they did not want to take it with - that I believe now that the cleanest one sits directly in the front cause thats the one that no one wants.