Kinder sehen fern

Anstatt sich wie die CDU und CSU über Nacktheit und Erotisches im Vorabendprogramm aufzuregen, sollte man vielleicht mal überlegen, ob nicht die üble Qualität der meisten deutschen fiktionalen Eigenproduktionen (nicht nur im Vorabendprogramm!) negativere Folgen für das fernsehende Kind haben als “Sex and the City”. Es wäre interessant rauszufinden, ob der TV-Konsument durch häufiges Sehen dieses TV-Trashes nicht auf Dauer vielleicht sogar verdummt.

Positiv für seine Entwicklung kann es jedenfalls nicht sein.

Was gibt’s im Fernsehen?

Der Fernseher springt an.

ARD: Es wird gerade vom Training der brasilianischen Mannschaft berichtet. Wechsel zum ZDF, dort redet das “Philosophische Quartett” über den Fußball im Allgemeinen. Durch die verschiedenen dritten Programme, es laufen WM-Spiele aus dem letzten Jahrhundert, mit einem knarzenden Kommentar begleitet. Weiter gehts zu Sat1, dort gibt’s Werbespots, 90 -95% davon zum Thema “Fußball” und “WM”. Über RTL – Jauch befragt bei der Millionärsshow gerade Prominente zu Fußballthemen – geht es hoffnungsvoll zu ARTE, dort wird man doch nicht etwa? Doch, Themenabend “Fußball” ist angesagt. Das Bild rundet BBC World ab, soeben wird über die Verletzung von Ballack berichtet.
Ich gebe es auf und schalte die Kiste aus, denn so oder so ähnlich präsentiert sich uns momentan die sogenannte “Programmvielfalt” der deutschen TV-Sender.

Und dabei hat die WM noch gar nicht mal begonnen.

Winterspiele bei Eurosport

Die derzeit stattfindenden olympischen Winterspiele beweisen wieder, was sich schon bei anderen sportlichen Großereignissen gezeigt hat: Vergleicht man die Berichterstattung von ARD/ZDF mit der von Eurosport, so schneidet die vom letzteren Kanal um Längen besser ab.

ARD/ZDF hüpfen hauptsächlich zwischen den Sportarten hin und her und berichten oft nur dann, wenn gerade mal wieder ein Deutscher durchs Feld hüpft, springt oder läuft. Die (reichliche) restliche Zeit wird damit verbracht, italienische Pizzabäcker den Namen eines deutschen Rodler aussprechen zu lassen, uninteressante Interviews zu führen, bei denen man dann erfährt, dass der 13. plazierte Langläufer eigentlich zufrieden ist und überhaupt, er habe alles gegeben – hätten wir Anderes vermutet? Und dann gibts dann noch Herrn Schmidt, der in Zusammenarbeit mit Herrn Hartmann (was ein Paar!) weitesgehend humorfreie Kost anbietet.

Im Gegensatz dazu Eurosport: Bei fast gleichem Sendevolumen werden die meisten Sportereignisse in Gänze übertragen. Bei fast jedem Event sitzt neben dem Hauptkommentator ein Experte, der detaillierte Informationen zu dem jeweiligen Geschehen geben kann. Und man sieht auch Sportarten in Länge und Breite, die bei ARD/ZDF kaum vorkommen.

Also, wer die Wahl hat, sollte sich für Eurosport entscheiden.