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Solidarität unbekannt
Feb 6th, 2010 by Disi

Das ungekrönte Thema Nr.1 in den Berliner Medien ist zur Zeit die Lage auf den Gehwegen der Stadt. Aufgrund der dramatischen Situation – pures Glatteis auf einem Großteil davon – ist es vor allem in letzter Zeit zu einer horrend ansteigende Zahl von Stürzen und damit verbundenen Brüchen gekommen.  Alte oder gehbehinderte Menschen kommen teilweise schon seit Wochen nicht mehr vor die Tür um sich mit Notwendigem zu versorgen, Geschäftsinhaber klagen über immense Umsatzrückgänge. Was bleibt ist häufig nur – da wo es vom geringen Verkehr her geht – der Weg über die säuberlich geräumten Straßen.

Mir fehlt bei der ganzen Diskussion darüber der Aspekt der fehlenden Mitmenschlichkeit und Solidarität. Dass ein großer Teil der privaten Räumdienste sich das Geld in die Tasche gesteckt hat und nun überfordert ist, wenn es um die eigentliche Arbeit geht ist seit langen bekannt.

Da wäre es doch mal angesagt, als Hauseigentümer, Geschäftsinhaber oder auch Mieter selbst vor die Tür zu gehen und zumindest die eigenen paar Meter zu räumen?  Wenn ein jeder dies tun würde hätte Berlin in Nulllkommanichts große Teile der Gehwege vom Eis befreit. Gelegenheit dies ohne viel Stress selbst zu tun gab es schon mehrere, denn schon ein paar Mal hatte leichtes Tauwetter eingesetzt, der Matsch hätte leicht beiseite geräumt werden können. Aber stattdessen geschieht praktisch nichts. Wenn es denn so etwas wie Kieze und Nachbarschaften gibt, in denen Leute miteinander etwas verändern und sich helfen wollen – hierbei herrscht komplettes Versagen.

So werden wir also auch weiterhin noch lange darauf warten, dass sich die Situation auf den Gehwegen ändert, denn das Wetter bleibt genauso stur.

Rutschpartie
Dec 31st, 2009 by Disi

Ich wundere mich doch manchmal, mit welcher Gleichgültigkeit und Geduld der Berliner den widrigen, winterlichen Verhältnissen auf den Gehwegen begegnet, Nach den ersten nennenswerten Schneefällen in dieser Saisons kratzt es offensichtlich niemanden, dass fast nirgendwo geräumt ist und die Gehwege in Kürze zu eisbahnartigen Gebilden verkommen. Mit fröhlicher Miene sieht man sie dahertrapsern und schlittern und so mancher scheint das Ganze als eine Art Sport anzusehen.

Dabei ist das Weiterkommen gerade hier in Prenzlauer Berg, wo es viele unebene Wege mit Steigungen und Gefällen gibt und die Ausfahrten für die Autos mit ihren Kopfsteinpflastern häufig superglatt sind, besonders schwierig. Auch viele Geschäfte und Cafés sind offensichtlich der Meinung, wenn nicht geräumt werde, könne der Kunde ja eventuell gleich in den Laden reingeschliddert kommen.

Während meines Aufenthaltes im Berliner Zentrum bekam ich eine Information von der BVG. Dort meint man anscheinend, eine Warnspruch an den Haltestellen auf den Displays a la “Passen Sie auf, es ist glatt bei uns” ersetze das Räumen zumindest der wichtigsten Haltestellen. Nur so ist es wohl zu erklären, dass zum Beispiel bei den Haltestellen am Alexanderplatz nur ein paar Steinchen alle paar Meter die Eisfläche auflockern.

Bei der BSR wird man übrigens wohl erst mal wieder die Aufräumerei des ganzen Feuerwerkmülls auf die lange Bank schieben, denn man wartet dort doch schon mal ganze gerne, bis die Wege wieder frei sind, bevor man anfängt zu putzen.

Rutschpartien
Feb 2nd, 2006 by Dietmar

Erst vor kurzem berichtete ich – wenn auch in englisch – von den idealen Schlittschuhlauf-Bedingungen auf Berlins Gehwegen und Plätzen. Der Tagesspiegel brachte unlängst ein bisschen Licht ins Dunkel, warum gerutscht wird.
Am Rutschen selber hat sich übrigens immer noch nichts geändert. Auch zur Zeit bietet Berlin seinen Einwohnern und Besuchern kostenlose Eisflächen zur Benutzung an, die eigentlich nicht eingeplant waren.

Abgesehen davon zeigt sich Berlin zur Zeit im dezenten Grauschleier. Wem es vorher bei -10 bis -15 Grad draussen zu kalt war, dem kann ich nur sagen: Besser so eine Kälte und Sonnenschein (Licht!) als bei -1 bis +1 Grad diese dunkle Pampe.

Schneematschgestolper
Jan 3rd, 2006 by Dietmar

Für Berlin scheinen 10 – 15 Zentimeter Schnee schon eine mittlere Sensation zu sein, mit der man kaum umgehen kann. So kapitulierten die Stadt und seine Bezirke schon ziemlich schnell, als Ende letzter Woche die Schneehöhe auf mehrere Zentimeter anwuchs. Klammheimlich – so scheint mir – hat man wohl gehofft, diese ungeheuren Schneemengen machten sich von selbst wieder aus dem Staub und man bräuchte nicht mehr weiter zu räumen.

Letzteres glaubt man an vielen Stellen der Stadt wohl immer noch, ersteres trat aufgrund immer noch kühler Temperaturen nicht ein. Und so stapften und schlidderten auch an Neujahr riesige Mengen von Berlinern und Touristen selbst auf so zentralen Gehwegen wie Schönhauser Allee, Unter den Linden etc pp. bei ihrem Spaziergang durch die Gegend. Abends dann, als die Temperatur wieder unter den Gefrierpunkt fiel, verwandelten sich viele, mittlerweile weich gewordene Schneematschgebiete in glatte Flächen auf denen man so richtig freudig hin- und herrutschen konnte.

»  Substance: WordPress   »  Style: Ahren Ahimsa