Konzertjahr 2011

In diesem Jahr lohnte es sich mehrfach, die Konzerthallen der Stadt zu besuchen und den Klängen angesagter oder auch neuer Bands zu lauschen. Der Standortvorteil Berlin – hier kommt halt jede(r) hin, der seine Musik vor einem größerem Publikum darbieten möchte – half dabei ungeheuer.

The National (Columbiahalle):

Nachdem The National von Album zu Album angesagter sind, war die Columbiahalle schon frühzeitig ausverkauft. Leider machte ich den Fehler erst recht spät am Ort des Geschehens aufzutauchen. Gute Plätze waren weg, nur noch im hinteren Bereich war etwas zu finden. Und dort hatten sich offensichtlich mehrere Gruppen zum Plausch verabredet, der dann auch während der Stücke vonstatten ging, was vor allem bei leiseren Liedern nervte. The National selber lieferten ein tolles Konzert ab und ich wäre nicht überrascht, wenn die nächste Halle beim einem weiteren Konzert noch größer wird.

Young Rebel Set (Postbahnhof):

Wegen eines wichtigen Termins hatte ich Young Rebel Set im Sommer bei ihrem kostenlosen Auftritt während der Fete de la Musique im Mauerpark verpasst. Das Konzert im Postbahnhof war ausverkauft und die Stimmung unter den Anwesenden recht gut. Young Rebel Set wechselten zwischen rockigeren Stücken und Folk-Rock und waren selber gut gelaunt. Viel Kommunikation mit dem Publikum.

Bombay Bicycle Club (C.Club):
Ein nahezu perfektes Konzert lieferten Bombay Bicycle Club ab. Mittlerweile mehr als ein Geheimtip bot die junge Band ein variantenreiches Programm ab mit vielen Songs aus dem neuen Album. Der tolle Sound im C.Club, die komplette Rauchfreiheit bei diesem Konzert und die Lightshow lieferten ihren Teil zu einem tollen Event dazu.

The Vaccines (Postbahnhof):

Man ahnte es schon und es bestätigte sich: The Vaccines lieferten mit gut 45 Min. eher ein Minikonzert ab. Normalerweile ein netter Effekt, dass von einem Song in den anderen übergangen wird, wenn die Songs selber aber sehr kurz sind und man noch nicht viel Material hat, wird das Ganze nicht ergiebig. Da die Band selber auch ein bisschen distanziert auftrat und ihr Programm nur professionell runterspielte nicht gerade das beste Konzert des Jahres, die Qualität der Lieder reparierte aber doch einiges daran.

 

ausverkauft

Bei Hekticket beglückwünschen sie mich beim Abholen meiner Karten für’s The National Konzert Ende Februar. Denn ich hatte die früh gekauft und das Konzert ist jetzt schon ausverkauft. Mich wundert bei einer der angesagtesten Alternative Rock Bands, die laut Magazinkritik mittlerweile Stadien füllen könnten, warum sie hier in Berlin nur in der C-Halle spielen.

Der Geheimtipp

Zurück aus dem Postbahnhof. “I am kloot” liefern ein tolles Live-Konzert ab. Aufmerksam geworden bin ich auf sie durch den Song “Avenue of hope” der im Abspann des fantastischen Sci-Fi Film “Sunshine” lief. Schon vorab war zu lesen, dass sie live sehr gut sind und ja – die Stimme von Sänger John Bramwell hört sich wirklich ein bisschen an wie die von Bob Dylan. Als ich mir die Lieder anhöre und auch die positive Resonanz im vollen Fritz Club anschaue frage ich mich, warum “I am kloot” immer noch eher als eine Art Geheimtipp gelten, als – das liest man oft – “Britains most underrated (Alternative) Rock Band”. Jedes der gespielten Lieder könnte ich mir auch in einer größeren Halle und vor größerem Publikum vorstellen wie sie andere Gruppen a la Coldplay und Snow Patrol schon bekommen. Aber egal, der Postbahnhof hat auch seinen Charme und die Stimmung ist prima. Außerdem rangieren sie sowohl in Kritiker- als auch Lesercharts mit ihrem neuen Album “Sky at night” hoch im neuen Rolling Stones Magazin. Es besteht also Hoffnung.

Hier noch zwei Schnippsel vom Konzert: