Hertha beim Discounter

Zugegeben, ich profitiere auch von der Lidl-Aktion, bei der 100.000 Hertha-Tickets für 7.77 Euro verkauft werden. Ich hoffe es zumindest – dass noch Karten da sind. Denn ich habe mir diese Saison keine Dauerkarte zugelegt.

Aber ein bisserl traurig ist es doch. Dies ist eine Stadt mit 3.4 Millionen Einwohnern. Es gibt nur einen Fussballverein, der in der höchsten Liga spielt. Und dennoch ist es nicht möglich, das Olympiastadion regelmässig zu füllen. Im Schnitt ist es ca. 50% ausgelastet. Ich weiss nicht, woran das liegt. Da wird argumentiert, in Berlin gäbe es so viel zu unternehmen, in anderen kleineren Städten wo die Stadien voll sind nicht, aber bittesehr: Berlin ist auch zig mal größer als andere Städte. Wenn nur jeder 50. Einwohner von Berlin ins Stadion käme, wäre es voll.
An den Eintrittspreisen kann es auch nicht liegen, denn die liegen im Vergleich mit anderen Bundesligisten im unteren Bereich.

Bleibt eventuell eine gesteigerte Erwartungshaltung vieler Berliner. Glaubt man Hauptstadtclub = mindestens deutscher Meister wenn nicht gar Championsleague-Sieger? Aber woher hat man das? Wenn in München so gedacht wird – berechtigt bei all den bisher eingefahrenen Titeln. Aber was hat Hertha, leider, in all den Jahren hinsichtlich sportlicher Erfolge geboten? Also, daran kann es auch nicht liegen.

Ich bin für jegliche Inspiration dankbar.

Der Strand vom Oly

Gestern direkt vor dem Hertha-Spiel neu entdeckt: Ein gleich mehrere hunderte Meter langer “Strand” in unmittelbarer Nähe vom Olympiastadion.

Wegbeschreibung:
Mit der U2 zur Haltestelle Olympiastadion, Treppe rauf, dann nach Überquerung des kleinen Vorplatzes vor dem ersten Tunnel geht es los – purer, mehrere Zentimeter dicker, lockerer Sand in dem man so richtig tief einsinkt. Aber Achtung: Zwischendurch plötzlich gleich ein hohe Stufe rauf, ein paar Meter an Bauutensilien vorbeigelaufen und wieder runter in den Sand, ein ganz langes Stück ein Gefühl wie in Warnemünde am Strand, man hört fast die Wellen und kommt kaum voran durch den tiefen Sand, nur ein bisserl dunkel ist es wegen der spärlichen Beleuchtung vor Ort, dumm das die Taschenlampe nicht dabei ist – macht nix – es laufen zu dieser Zeit mit mir Hunderte darüber. Wenn man mal über einen der Baustoffe oder Steine stolpert oder im Sand versinkt fällt mich nicht um, so voll ist es hier.

Dann das große Finale: Die Stadionbesucher, den Strand verlassend, müssen nun herausfinden, wo es denn wohl rausgeht auf den Vorplatz des Stadions, denn der Ausgang ist größtenteils von Baugittern versperrt. Man sieht Leute zwischen allen möglichen Sorten von Bauschutt herumhuschen – es sind ja noch ein paar Minuten bis zum Anpfiff – das schafft man schon. Die, die den kürzesten Weg hinaus gefunden haben sind glücklich, die anderen brauchen halt ein bisserl länger.

Alles im Allen ein fantastisches Erlebnis, es erinnert an Zeiten von früher auf dem Abenteuerspielplatz. Danke dafür.