Posts Tagged ‘Rauchfrei’

Berliner Restaurantfreuden

Wednesday, February 27th, 2008

Metropolen haben es so an sich, dass es ein schieres Überangebot an Freizeit/Ausgehmöglichkeiten gibt. Insofern galt das auch schon vor dem Nichtraucherschutzgesetz (NRSG) für Berlin. Aber nicht für mich persönlich, jemanden, der sich nicht in verqualmte Buden setzen wollte. Das Ganze hat sich seit Jahresbeginn nun radikal geändert. Während mich die Kneipen nicht recht interessieren - selbst wenn sie rauchfrei wären, könnte man in ihnen wohl nur nach einer Renovierung ohne Gemuffel sitzen - ist mittlerweile fast jedes Restaurant rauchfrei. Dies hat zum einen den Effekt, dass man die Qual der Wahl hat. Als ein Novize in der schönen, bunten Restaurantwelt von Berlin ergibt sich für mich zum anderen das Problem, dass ich bisher noch wenig Ahnung hatte, wo es denn was besonders lecker zu essen gibt. Bleiben Empfehlungen anderer oder Spontanbesuche auf den Touren durch die Stadt, bei denen ich bisher eigentlich noch nie enttäuscht worden bin.

Was signifikant ist, ist der Effekt auf die Geldbörse. Ich habe wohl nie so viel Geld fürs Außer-Haus-Essen ausgegeben wie nun, nachdem das NRSG gilt. Aber ich glaube, dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass das Essen-Gehen nun noch etwas Neues ist und dass man vor allem in der Anfangsphase viel ausprobiert.

später Bericht

Wednesday, February 27th, 2008

Mit Scham blicke ich in meinem Blog auf das leere Kalenderblatt dieses Monats und gebe zu: Ich war schreibfaul. Dies obwohl es eigentlich einiges zu sagen gibt, denn es gab genug Events über die zu berichten war.

Da war zum einen die Berlinale. Auch dieses Mal ging es mir mehr um die Filme, die man sonst hier in Deutschland eh kaum im Kino zu sehen bekommt. Zum einen “Invisible City”, eine gelungene Dokumentation über Kreative in Singapur an deren Anschluß die Regisseurin ausführlichst - trotzdem dies die letzte Vorführung war - auf Fragen einging, “Geneneet al asmak”, ein ägyptischer Film über die Beziehung oder eher “Nicht-Beziehung” zwischen einer Radio-Moderatorin und einem Anästhesisten sowie der koreanische Wettbewerbs-Beitrag “Bam gua Nat“.

Da nun alle Kino-Foyers rauchfrei sind, gönnte ich mir den teureren Besuch der ersten Aufführung im Berlinale-Palast. Alles im Allen eher raugeschmissenes Geld, was man besser in einer Wiederholung hätte investieren können. Denn zum einem war das Foyer zwar rauchfrei, aber während des Films pumpte die Klimaanlage fleißig Qualm von draußen rein. Zum anderen saß ich weit entfernt von der Leinwand.

Der Film selbst war, trotz gewisser Längen, ganz nett - ein koreanischer Maler flieht nach Paris, dort gibt’s dann ziemlich viel Beziehungskram und hübsche Pariser Ansichten. Aber im Unterschied zu den Wiederholungen standen die Schauspieler sowie der Regisseur im Anschluß an den Film verloren auf der Bühne und wussten nicht so recht was sie dort sollten, da der Conferencier in mehreren Metern Abstand von ihnen nur schweigend da stand - keine Fragen, kein Interview. Ob man sich aufgrund der Anwesenheit der Jurymitglieder keine kritischen Fragen erlauben mochte?

Das in die Berlinale investierte Geld steht aber in keiner Relation zu einem anderen Posten bei meinen Ausgaben. Denn da geht es um Restaurantbesuche. Aber mehr dazu in einem anderem Posting.

Mehrheitlich rauchfrei

Saturday, January 5th, 2008

War meine Prognose letztens hinsichtlich der Umsetzung des Nichtraucherschutzgesetzes zu negativ? Ich wollte mich vorgestern selber vor Ort überzeugen und machte einen ausgedehnten Spaziergang durch die Oranienburger Straße nebst Seitenstraßen in Mitte, überprüfte am Potsdamer Platz und schaute mir zum Schluß noch die Kastanienallee an. Das Resultat ist sehr positiv. Logischerweise konnte ich nicht überall reingehen und genauestens nachschauen, aber wichtige Kriterien ob ein Restaurant rauchfrei ist wie zum Beispiel ob Aschenbecher auf den Tischen sind oder gerade irgendjemand raucht waren schon von außen zu erkennen. Etwa geschätzte 80 - 85 % aller Restaurants, Cafes und Bars sind demnach in diesen Gegenden rauchfrei. Es gibt nur ein paar Ausreißer, von denen man es sich wohl auch schon vorher hätte denken können. So hat das Cafe Cinema, ein gar übel verqualmter Laden an der Rosenthaler Straße, einen kleinen Nebenraum zum Raucherzimmer deklariert. Hier sitzt aber keiner sondern alle sind nebenan im großen Raum und qualmen fröhlich weiter. Der Rauch breitet sich dabei in großen Schwaden auf den Gehsteig davor aus. Auch das Schwarz-Sauer in der Kastanienallee erfreut sich weiterhin qualmender Gäste und Mädels hinterm Tresen. In solche Läden kann man wohl selbst, wenn sie irgendwann mal rauchfrei sind erst wieder reingehen, wenn renoviert worden ist, neu gestrichen und neue Möbel angeschafft sind.

Ansonsten gilt aber allgemeine Rauchfreiheit zumindest in Restaurants und auch Bars im Zentrum. Ein hilfreiches Kriterium zum Erkennen davon ist häufig der Stehtisch mit Aschenbecher für den Raucher der sich friedlich beim Schlabbernapf mit Wasser für den Hund neben der Tür des Etablissements befindet.

Gegen Ende des Abends landete ich dann im Cinestar Original Kino , dass sich bisher immer durch einen Rauchschlauch, einen unterirdischen, stark verqualmten Gang zwischen den Kinosälen hevortat. Aber auch hier: Kein Qualm, dafür viele Schilder auf den Tischen, die auf das Rauchverbot hinwiesen.

War es nach dem Film bisher immer das Zeichen für mich als Nichtraucher nach Hause zu gehen, da man eh nirgendwo anders mehr hinkonnte, gab es schließlich und endlich noch eine nette Session im Billy Wilder’s, einer Cocktailbar die auch, wie so viele andere Lokale vorher, nun rauchfrei geworden war.

Na denn: Prost!

Cocktail

Leckere Varianten

Sunday, December 30th, 2007

Im zurückliegenden Jahr gab es auch ohne Nichtraucherschutzgesetz erfreulicherweise viele neue Berliner Restaurants, die rauchfrei gestartet sind. Dageben habe sich andere, schon bestehende Restaurants leider abgemeldet, so zum Beispiel das Pastakontor, daß unter neuem Namen und Inhaber (?) nun verqualmt ist. Von denen, die wir besucht haben möchte ich gerne eines auszeichnen, dass sozusagen den Titel “Nichtraucherrestaurant des Jahres” verdient hat. Klarer Gewinner und einer der oben geschilderten Neulinge ist Dodoo’s Palatschinken-Bar und dies aus mehreren Gründen. Zum einen ist dies ein kleines aber feines Restaurant, dass etwas Spezielles, nämlich Palatschinken, in unzähligen, leckeren Variationen anbietet. Dabei werden die Palatschinken vor den Augen zubereitet. Zum anderen ist es hier sehr gemütlich und mir gefällt das gesamte Ambiente der Bar.

Vorfreude auf Rauchfreiheit?

Saturday, December 29th, 2007

Das Nichtraucherschutzgesetz steht unmittelbar vor der Tür und meine Vorfreude hält sich in Grenzen. Deutschland hat im Vorfeld immer wieder gezeigt, daß es beim Nichtraucherschutz anders ist als viele seiner europäischen Nachbarn. Warum sollte nun klappen, was in Skandinavien, Großbritannien, Irland und Italien kein Problem dargestellt hat?

Ich erwarte eher daß, schon aufgrund fehlender Sanktionen, vielerorts weiter gequalmt wird. Die Medien freuen sich anscheinend darauf, denn geradezu euphorisch wird über Wirte berichtet, die mit irgendwelchen Tricks den Nichtraucherschutz in ihrer Bar oder Kneipe nicht durchsetzen wollen. Und dann gibt es noch die Journalisten, die in der Durchsetzung des Nichtraucherschutz den Untergang der Demokratie sehen.

Wer mich in der ganzen Zeit aber meisten enttäuscht hat sind nicht Journalisten oder Politiker sondern die NichtraucherInnen selbst. Da gibt es zum einen die, die bei Umfragen zwar angeben, für Nichtraucherfreundliche Einrichtungen zu sein, die dann aber ohne Einschränkung trotz Alternativen in vollgequalmten Kneipen und Restaurants sitzen. Und dann gibt es die, die sich zwar vehement für den Nichtraucherschutz in der Gastronomie einsetzen, dies aber eigentlich nicht bräuchten. Denn nicht anders ist es zu erklären, dass so viele rauchfreie Cafes und Restaurants oft leer sind und eben von diesen Leuten nicht genutzt werden.

Ich werde jedenfalls meine Liste mit Nichtraucher-Gastronomie aufrecht erhalten. Zum einem aus dem oben genannten Grund der wahrscheinlich schlechten Durchsetzung des Nichtraucherschutzes und zum anderen sollten die Restaurants aus der Liste lobend erwähnt werden und Unterstützung erfahren, die sich auch schon ohne gesetzliche Regelung für uns Nichtraucher eingesetzt haben.

Der Nebel lichtet sich

Wednesday, November 14th, 2007

Wer als Neu-Gastronom clever ist, der macht seinen Laden rauchfrei auf. Und es scheint einige zu geben, die so schlau sind. Denn wenn ich unterwegs bin, bemerke ich, dass gerade die neuen Restaurants häufig rauchfrei sind. Alles andere macht auch keinen Sinn. Denn auch wenn ab dem 1.1. viele Gaststätten das neue Rauchverbot wegen noch nicht erhobener Geldstrafen ignorieren werden - irgendwann werden auch sie rauchfrei werden müssen. Und wer lässt sich seine neue Bude noch mit Teer versauen, wenn in kurzer Zeit eh Schluß damit ist?

Mein besonderes Lob geht dabei an den Pankower Bezirk. Habe ich früher noch gemeckert, dass man hier kaum rauchfreie Gastronomie vorfindet, gibt es momentan viele Neulinge in meiner Liste mit rauchfreier Gastromie in Berlin.

Goldene Kippe

Friday, October 19th, 2007

Ich möchte an dieser Stelle mal eine goldene Kippe an ein Restaurant verleihen. Qualmbuden gibt es in Berlin logischerweise immer noch überall, das Yellow Sunshine in Kreuzberg ist aber aufgrund seiner perfiden Regelung einzigartig. Dem Kunden wird hier vorgeschrieben, wann er qualmfrei essen darf, nämlich nur bis 18 Uhr, danach darf sich der Krebsqualm nach Lust und Laune überall ausbreiten. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass der Laden ansonsten auf Gesundheitstrip ist. Alles ist vegetarisch oder vegan und aus ökologischem Anbau. Bio plus cancerogene Stoffe - eine tolle Kombination! In etwa so idiotisch, wie der Sportler, der sich nach dem Laufen oder Spiel eine Fluppe anzündet.

Wer also qualmfrei vegan essen möchte, der geht besser zu Maja’s Deli oder Hans Wurst in Pankow.

Kevin Devine im “Hans Wurst”

Friday, September 28th, 2007

Was mir ziemlich aufstößt ist die Tatsache, dass man in Berlin mittlerweile zwar einiges an rauchfreier Gastronomie findet, fast alle dieser Cafès und Restaurants machen aber schon am frühen Abend wieder zu. Wer rauchfrei später abends ausgehen möchte hat kaum Auswahl. Deswegen ist die Freude groß, dass sogar in unserem Stadtteil Pankow nun ein Restaurant / eine Bar eröffnet hat, die mit großzügen Öffnungszeiten geradezu verwöhnt. Während der Woche hat das vegane Bio-Cafè “Hans Wurst” bis Mitternacht auf, am Wochenende sogar “open end”. Neben täglich wechselnden Gerichten und einem schönen, gemütlichen Ambiente bietet man dort auch vielfältige Kultur wie Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Theater an.

So kamen wir gestern abend in den Genuß unseres ersten rauchfreien Rockkonzertes. Der Singer/Songwriter Kevin Devine aus New York lieferte in einem Gratis-Konzert fast 2 h nur mit Gitarre begleitet eine fantastische Leistung ab. Und was soll ich sagen: Der Laden war trotz Rauchverbot voll. Im Unterschied zum Wilco-Konzert war es dieses Mal aber andersrum: Wir waren drin und lauschten qualmfrei, während sich die Raucher draussen vor der Tür aufhielten.

Das “Hans Wurst” ist ein Beweis dafür dass, sofern sich auch die Deutschen mal dran gewöhnt haben, eine rauchfreie Gastronomieeinrichtung auch noch später abends funktioniert und allen, die nicht glauben daß Ausgehen = im Qualm sitzen bedeutet empfehle ich, mal hierhin zu fahren.

Gestank im Alexa

Saturday, September 22nd, 2007

Ich habe mich bisher entgegen einem Trend noch nicht negativ über das Alexa ausgelassen. Denn das Gebäude mag tagsüber recht hässlich aussehen, abends ist es aber hübsch illuminiert und innen sieht es recht edel aus. Was mir aber beim Besuch auffiel waren gleich mehrere unangenehme Gerüche. So zieht der Geruch von der Parkgarage, sicherlich nicht ganz unschädlich, direkt bei den Rolltreppen auf alle Level der Mall herauf. Ob da was noch nicht fertig geworden ist weiß ich nicht, dies sollte aber dringend abgeschafft werden.

Desweiteren ist das Alexa generell rauchfrei, auch auf der Restaurantebene - dort haben übrigens gleich mehrere Probleme mit ihrem produzierten Küchenqualm, der nicht abzieht -  aber eine Espresso- Bar in einem unteren Level lässt die Leute rauchen. Das Resultat ist Qualm nicht nur im Bereich der Bar sondern in allen Leveln darüber.

Immer mehr rauchfreie Kinos

Saturday, September 1st, 2007

Neben den verrauchten Restaurants haben mich in der Vergangenheit besonders die verqualmten Foyers der Kinos gestört. Da ich bei vielen Vorführungen schon früher da bin  -  besonders wenn freie Platzwahl ist - bleibt mir häufig nichts anderes übrig als im Foyer auf Einlass zu warten. Und nach der Veranstaltung Eile geboten, denn die meisten Süchtigen können es kaum erwarten, sich gleich nach der Vorstellung die Fluppe anzuzünden. Leider ist eines meiner Lieblingskinos, das Cinestar im Sony Center (nur Originalversionen) besonders eklig, denn es gibt unter der Erde zwischen den Kinos einen regelrechten Qualmschlauch zwischen den Vorstellungen.

Mittlerweile gibt es aber nun doch einige Theater die rauchfrei geworden sind. So ist zum einen UCI Kinowelt zu bemerken, bei denen ich zumindest in der Schönhauser Allee sehen konnte, dass sie nun komplett rauchfrei sind innendrin und zum anderen das Kino Babylon Mitte, dass neben der Qualmfreiheit im Foyer auch ein vorzügliches Programm mit  vielen Filmfestivals sowie kleinen aber feinen Filmen anbietet.