Posts Tagged ‘Touristen’

Leere in der Stadt

Wednesday, September 5th, 2007

Eigentlich gehört zu meiner Definition von einer Weltstadt auch, das rund um die Uhr etwas los ist. Berlin rühmt sich ja eigentlich, eben eine solche Stadt zu sein. Aber jetzt, wo die Sommerferien beendet und die Touristen weg sind -   bevor die Kegelclubs kommen -  merkt man doch wie leer es in den meisten Gegenden der Stadt spät abends ist. Man fragt sich, wo die BerlinerInnen alle abends  sind? Sicherlich, viele meiden die Touristengegenden, aber selbst in den typischen Ausgehgegenden der Bezirke, ob um die Kastanienallee herum, Bergmannstraße - wie sie auch alle heissen, es ist unter der Woche überall ruhig. Das Wetter spielt momentan wohl eine Rolle, aber daran kann es wohl kaum liegen, dass auch in den Kneipen und Restaurants viele Plätze leer sind.

Rückkehr der Baustellen

Monday, July 24th, 2006

Die WM ist schon seit einiger Zeit Geschichte und Berlin ist wieder das was es kurz davor war - ein Baustellenparadies. Überall schießen sie wie Pilze aus dem Boden, ob an Unter den Linden, am Alexanderplatz, der wieder das Labyrinth von vorher ist oder an vielen anderen Plätzen der Stadt. Der Witz an der Sache ist nur: Die WM-Besucher interessierte wohl in erster Linie nur das Stadion und die Kneipen der Stadt. Touristen, die jetzt kommen, wollen sich eigentlich die Schönheiten der Stadt ansehen. An jeder Ecke stehen sie und fotografieren was das Zeug hält. Die Stadt sollte eigentlich wissen, dass eine ihrer Haupteinnahmequellen die Touristen sind.
Unverständlich deshalb das Timing für die Baustellen in der Stadt.

Nach Berlin? Gerne, aber nicht jetzt

Friday, June 23rd, 2006

Nachdem die Läden zu den erweiterten Öffnungszeiten zum großen Teil leer sind - zum einen weil die WM-Touristen in großer Zahl abgesehen von den Spielen selbst nur am Aufenthalt in den gastronomischen Einrichtungen interessiert sind und der Berliner lieber zuhause vor dem TV oder draußen vor der Großleinwand sitzen bleibt und zwischen den Spielen keine Zeit oder Lust zum shoppen hat, ist nun das Hotelgewerbe ziemlich enttäuscht. Während in einigen anderen Städten die Touristen normalerweise eh nur in geringen Zahlen kommen und man nun dort durch die WM einen Aufschwung erlebt, gibt es hier in Berlin wohl viele potentielle Besucher, die normalerweise gerne die Schönheiten dieser Stadt gesehen hätten, die diese Stadt gerade aber wegen der WM meiden.

Der Hype bleibt aus und mich wundert, dass er überhaupt vor der WM entstanden ist.

Pendelverkehr

Wednesday, April 26th, 2006

U Senefelderplatz am späten Abend. Ein spanisches (?) Touristenpaar steht auf dem Bahnsteig herum, offensichtlich desorientiert. Über den Lautsprecher gibt es Durchsagen der BVG, dass nun aufgrund von Bauarbeiten Pendelverkehr auf der Strecke herrsche, ein Tickerband im Display verkündet das Gleiche. Der Haken an der Sache: Es ist alles auf Deutsch und das Paar spricht nur gebrochenes Englisch. Ich helfe aus, erkläre, dass nun auf dem gleichen Gleis erst mal ein Zug in die eine Richtung fährt und dann einer in die andere, ihre, denn sie wollen zum Potsdamer Platz. Und dass sie eventuell noch mal den Zug wechseln müssen, falls der nächste nicht bis zu ihrem Ziel durchfährt.

Ich steige in die U2 Richtung Pankow ein, diese fährt nur eine Haltestelle bis U Eberswalder Straße, dort angekommen rüber zum anderen Gleis wo der nächste Zug uns weitertransportieren wird. Kurz nach Abfahrt Konfusion bei den mitreisenden Schülern, die Berlin besuchen, denn kurz vor S+U Schönhauser Allee wird vom Band als nächste Haltestelle das Olympiastadion verkündet.

Diese Erlebnisse sowie die Tatsache, dass noch an allen Orten Berlins gebuddelt und gebaut wird - alles für die WM, für was sonst? - lässt mich fragen, ob man wohl als Tourist momentan besonders günstig unterwegs sein kann, bekommt man überall Sonderpreise? Denn im Unterschied zu all den Gästen dieser Stadt, die zur Zeit der WM oder auch danach Berlin besuchen werden, bekommen diese Leute ja kaum das Berlin zu sehen, was sich nachher in seiner vollen Schönheit vor den Augen entfalten wird. Und die oben genannten Unannehmlichkeiten entfallen dann auch.

Baustelle Berlin

Monday, June 13th, 2005

Die Stadt Berlin hatte die geniale Idee, im Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft sämtliche Bauvorhaben die das knappe Geld erlauben alle auf einmal stattfinden zu lassen. Der Effekt ist, dass es mittlerweile vor allem im Zentrum fast keine einzige Strasse mehr gibt, an der nicht planiert, gebaut oder gebaggert wird. Dem Touristen, der Berlin momentan besucht, bietet sich ein hässliches Bild, denn praktisch alles, was vorher mal hübsch aussah, ob nun Unter den Linden, Hardenbergplatz, Pariser Platz etc, ist nun entstellt oder es fehlt einfach die Sicht auf das was sich hinter der Baustelle befindet. Dabei ist das Ganze eigentlich ein ziemlicher Witz denn es mag sein, dass im WM-Jahr viele Touristen anreisen um sich neben dem Fussball vielleicht, aber auch nur vielleicht, auch noch die Stadt anzusehen, die Zahl derer Touristen, die nun die ganze Saison lang durch den Anblick der Baustellen eher einen negativen Eindruck von der Stadt bekommen und dann vielleicht nicht mehr wiederkommen, ist wesentlich höher. Anstatt grösserer Einnahmen verliert die Stadt also Geld.