Leere in der Stadt

Eigentlich gehört zu meiner Definition von einer Weltstadt auch, das rund um die Uhr etwas los ist. Berlin rühmt sich ja eigentlich, eben eine solche Stadt zu sein. Aber jetzt, wo die Sommerferien beendet und die Touristen weg sind -   bevor die Kegelclubs kommen -  merkt man doch wie leer es in den meisten Gegenden der Stadt spät abends ist. Man fragt sich, wo die BerlinerInnen alle abends  sind? Sicherlich, viele meiden die Touristengegenden, aber selbst in den typischen Ausgehgegenden der Bezirke, ob um die Kastanienallee herum, Bergmannstraße – wie sie auch alle heissen, es ist unter der Woche überall ruhig. Das Wetter spielt momentan wohl eine Rolle, aber daran kann es wohl kaum liegen, dass auch in den Kneipen und Restaurants viele Plätze leer sind.

Rückkehr der Baustellen

Die WM ist schon seit einiger Zeit Geschichte und Berlin ist wieder das was es kurz davor war – ein Baustellenparadies. Überall schießen sie wie Pilze aus dem Boden, ob an Unter den Linden, am Alexanderplatz, der wieder das Labyrinth von vorher ist oder an vielen anderen Plätzen der Stadt. Der Witz an der Sache ist nur: Die WM-Besucher interessierte wohl in erster Linie nur das Stadion und die Kneipen der Stadt. Touristen, die jetzt kommen, wollen sich eigentlich die Schönheiten der Stadt ansehen. An jeder Ecke stehen sie und fotografieren was das Zeug hält. Die Stadt sollte eigentlich wissen, dass eine ihrer Haupteinnahmequellen die Touristen sind.
Unverständlich deshalb das Timing für die Baustellen in der Stadt.

Nach Berlin? Gerne, aber nicht jetzt

Nachdem die Läden zu den erweiterten Öffnungszeiten zum großen Teil leer sind – zum einen weil die WM-Touristen in großer Zahl abgesehen von den Spielen selbst nur am Aufenthalt in den gastronomischen Einrichtungen interessiert sind und der Berliner lieber zuhause vor dem TV oder draußen vor der Großleinwand sitzen bleibt und zwischen den Spielen keine Zeit oder Lust zum shoppen hat, ist nun das Hotelgewerbe ziemlich enttäuscht. Während in einigen anderen Städten die Touristen normalerweise eh nur in geringen Zahlen kommen und man nun dort durch die WM einen Aufschwung erlebt, gibt es hier in Berlin wohl viele potentielle Besucher, die normalerweise gerne die Schönheiten dieser Stadt gesehen hätten, die diese Stadt gerade aber wegen der WM meiden.

Der Hype bleibt aus und mich wundert, dass er überhaupt vor der WM entstanden ist.