Posts Tagged ‘U-Bahn’

Unterwegs am Pokalendspieltag

Tuesday, May 29th, 2007

“Schalalalalalala uhuh - FCN!!!!”

Schlagartig wurde uns Fahrgästen in der U-Bahn klar: Dieser Waggon wurde nun vom FC Nürnberg regiert. Eine Gruppe von Fans hatte soeben unseren Wagen betreten und machte mit Gesangsdarbietungen in recht einfallsloser Qualität lautstark auf sich aufmerksam. Während die Touristen aus den Niederlanden das ganz putzig fanden, schalalalarten mir schon nach kurzer Zeit die Ohren.

Nicht dass ich damit gerechnet hatte, dass die Fans sich auf dem Weg ins Olympiastadion machten um das DFB-Pokalendspiel zu schauen, ich hatte bloss nicht gedacht, dass sie schon am Potsdamer Platz zusteigen, sondern erst am Bahnhof Zoo - wie die Hertha Fans bei Heimspielen auch. Nun saß ich in einer ungünstigen strategischen Position mitten im Waggon, die Ausgänge weit entfernt und der Waggon immer voller mit einer sich ankündigenden Invasion am Bahnhof Zoo.

Es blieb eigentlich nur das frühzeitige Aussteigen am Wittenbergplatz, wollte ich nicht unfreiwilligerweise mit zum Olympiastadion fahren. Beim Verlassen des dortigen U-Bahnhofes wurde klar: Hier ging’s kaum weiter, denn ein gigantisches Gewitter wollte schon in Kürze loslegen. Also ab ins Kadewe. Irgendwann ging es dann weiter für mich. Zurück ging ich sicher, dass ich nicht wieder in der überfüllten U-Bahn saß und ich konnte zuhause mitverfolgen, wie der FCN den Pokal gewann.

Pendelverkehr

Wednesday, April 26th, 2006

U Senefelderplatz am späten Abend. Ein spanisches (?) Touristenpaar steht auf dem Bahnsteig herum, offensichtlich desorientiert. Über den Lautsprecher gibt es Durchsagen der BVG, dass nun aufgrund von Bauarbeiten Pendelverkehr auf der Strecke herrsche, ein Tickerband im Display verkündet das Gleiche. Der Haken an der Sache: Es ist alles auf Deutsch und das Paar spricht nur gebrochenes Englisch. Ich helfe aus, erkläre, dass nun auf dem gleichen Gleis erst mal ein Zug in die eine Richtung fährt und dann einer in die andere, ihre, denn sie wollen zum Potsdamer Platz. Und dass sie eventuell noch mal den Zug wechseln müssen, falls der nächste nicht bis zu ihrem Ziel durchfährt.

Ich steige in die U2 Richtung Pankow ein, diese fährt nur eine Haltestelle bis U Eberswalder Straße, dort angekommen rüber zum anderen Gleis wo der nächste Zug uns weitertransportieren wird. Kurz nach Abfahrt Konfusion bei den mitreisenden Schülern, die Berlin besuchen, denn kurz vor S+U Schönhauser Allee wird vom Band als nächste Haltestelle das Olympiastadion verkündet.

Diese Erlebnisse sowie die Tatsache, dass noch an allen Orten Berlins gebuddelt und gebaut wird - alles für die WM, für was sonst? - lässt mich fragen, ob man wohl als Tourist momentan besonders günstig unterwegs sein kann, bekommt man überall Sonderpreise? Denn im Unterschied zu all den Gästen dieser Stadt, die zur Zeit der WM oder auch danach Berlin besuchen werden, bekommen diese Leute ja kaum das Berlin zu sehen, was sich nachher in seiner vollen Schönheit vor den Augen entfalten wird. Und die oben genannten Unannehmlichkeiten entfallen dann auch.

Der Strand vom Oly

Monday, November 28th, 2005

Gestern direkt vor dem Hertha-Spiel neu entdeckt: Ein gleich mehrere hunderte Meter langer “Strand” in unmittelbarer Nähe vom Olympiastadion.

Wegbeschreibung:
Mit der U2 zur Haltestelle Olympiastadion, Treppe rauf, dann nach Überquerung des kleinen Vorplatzes vor dem ersten Tunnel geht es los - purer, mehrere Zentimeter dicker, lockerer Sand in dem man so richtig tief einsinkt. Aber Achtung: Zwischendurch plötzlich gleich ein hohe Stufe rauf, ein paar Meter an Bauutensilien vorbeigelaufen und wieder runter in den Sand, ein ganz langes Stück ein Gefühl wie in Warnemünde am Strand, man hört fast die Wellen und kommt kaum voran durch den tiefen Sand, nur ein bisserl dunkel ist es wegen der spärlichen Beleuchtung vor Ort, dumm das die Taschenlampe nicht dabei ist - macht nix - es laufen zu dieser Zeit mit mir Hunderte darüber. Wenn man mal über einen der Baustoffe oder Steine stolpert oder im Sand versinkt fällt mich nicht um, so voll ist es hier.

Dann das große Finale: Die Stadionbesucher, den Strand verlassend, müssen nun herausfinden, wo es denn wohl rausgeht auf den Vorplatz des Stadions, denn der Ausgang ist größtenteils von Baugittern versperrt. Man sieht Leute zwischen allen möglichen Sorten von Bauschutt herumhuschen - es sind ja noch ein paar Minuten bis zum Anpfiff - das schafft man schon. Die, die den kürzesten Weg hinaus gefunden haben sind glücklich, die anderen brauchen halt ein bisserl länger.

Alles im Allen ein fantastisches Erlebnis, es erinnert an Zeiten von früher auf dem Abenteuerspielplatz. Danke dafür.