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Wilco nebenan

Sunday, May 27th, 2007

Nichts zu hören - wahrscheinlich gerade Umbauphase. So unser erster Eindruck als wir in der Kulturbrauerei ankommen um uns von draussen das Wilco-Konzert anzuhören. Damit wir uns recht verstehen: Wir sind keine Schmarotzer, wollen hier kein Geld sparen, hätten dies gerne ausgegeben, aber wir besuchen keine verqualmten Restaurants mehr und erst recht keine extrem verqualmten Rockkonzerte.

Es gab so manche uns bekannte Band, die Berlin besucht und wieder verlassen hat, ohne dass es uns wert wart, zumindest mal Mäuschen zu spielen.Bei Wilco aus Chicago ist das anders, denn diese viel umjubelte Band ist eine unserer Lieblingsbands und uns diese Mühen wert, stundenlang draussen im Hof zu stehen um eventuell Fetzen eines Konzerts mitzubekommen. Die Akustik im Innenhof der Kulturbrauerei ist auch ganz passabel, vor allem lautere Songs lassen sich gut verfolgen, umso besser wenn der Typ der immer für den Getränkenachschub sorgt eine der Türen zum Saal öffnet. Dann wird der Sound glasklar. Zwischendurch öffnet sich auch mal eine andere Tür und man kann durch den Qualm einige Bandmitglieder erkennen. Ein Roadie bewundert uns: Coole Sache, mit Weizenbier in der Kühle zu stehen anstatt bei Qualm und Saunatemperatur drinnen. Das scheinen einige Besucher des Konzerts auch zu denken und verlassen frühzeitig das Event, sichtlich erschöpft. Als ich gerade Bier besorge bietet eine Frau der meinigen eine Karte gratis an, diese überlegt eine Weile, aber nein, lieber nicht, danke, es geht nicht.

Moment mal, ist das nicht dieses Stück vom letzten Album? Ja, ich habe gerade wieder einen der Songs erkannt, dabei bin ich nicht so gut drauf wie meine Frau, die manche Lieder schon nach ein paar Takten erkennt. Das Konzert dauert und dauert und irgendwann wird es der Security anscheinend zu viel, man öffnet nach der ersten Zugabe die Türen und denkt, das sei es wohl gewesen. Doch weit gefehlt: Wilco scheinen gut drauf zu sein, liefern ein extrem langes Konzert ab, eine Zugabe nach der anderen. Der Roadie ist begeistert, ein tolles Konzert.

Dann das große Finale, ich husche nach Konzertende in den Saal um wenigstens ein Tour-T-Shirt zu kaufen. Denn irgendwie waren wir ja auch dabei gewesen. Draussen angekommen bleiben wir einfach dort stehen, wo wir nun schon seit Stunden sind. Man gewöhnt sich daran und die Position ist so günstig, dass wir noch sämtliche Bandmitglieder am Reisebus ankommen sehen. Diese werden von den treusten Fans begeistert empfangen. Fast alles anscheinend Leute, die nicht aus Berlin stammen und mit der Band sozusagen mitreisen. Kurz gelauscht: Der Sänger von Wilco betont, man spiele hier in Europa vor allem auch ältere, bekanntere Songs was vor allem daran liege, das die Band nicht so häufig hier sei und man sich verpflichtet fühle, bestimmte Songs überall in Europa zu spielen. Nach und nach steigen die Bandmitglieder in den Bus. Als nichts mehr los ist, entschliessen wir uns zu gehen.